Onkologie » Gastrointestinale Tumoren » Magenkarzinom

»

Finale Auswertung KEYNOTE-811: Pembrolizumab + Trastuzumab + CT verbessert signifikant das Gesamtüberleben beim Magenkarzinom

Finale Auswertung KEYNOTE-811: Pembrolizumab + Trastuzumab + CT verbessert signifikant das Gesamtüberleben beim Magenkarzinom

News

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Magenkarzinom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Die randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie KEYNOTE-811 verglich bei Patient*innen mit lokal fortgeschrittenen, nicht resezierbaren oder metastasierenden HER2-positiven Adenokarzinomen des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs (GEJ) in der Erstlinientherapie den Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab in Kombination mit Trastuzumab und Chemotherapie (CT) mit der alleinigen Kombination Trastuzumab/CT.  In früheren Zwischenanalysen zeigten sich ein besseres progressionsfreies Überleben (PFS) und eine bessere objektive Ansprechrate (ORR) mit dauerhaftem Ansprechen unter der zusätzlichen Immuntherapie insbesondere bei PD-L1-exprimierenden Tumoren (PD-L1 CPS ≥ 1). In der vorliegenden finalen Auswertung wurden die Daten für das Gesamtüberleben (OS) vorgestellt. 

In der Studie erhielten insgesamt 698 Patient*innen nach randomisierten Kriterien eine intravenöse Behandlung mit Pembrolizumab (200 mg) oder Placebo, jeweils in Kombination mit einer Standard-Chemotherapie (5-FU und Cisplatin [FP] oder Capecitabin und Oxaliplatin [CAPOX]) plus Trastuzumab (standard of care; SOC) alle drei Wochen. Duale primäre Endpunkte waren das PFS und OS. Stichtag für die finale Analyse war der 20. März 2024, das mediane Follow-up belief sich auf 50,2 Monate.

Bei allen Studienteilnehmenden zeigte sich unter Pembro + SOC im Vergleich zu Placebo + SOC ein weiterhin längeres PFS (median 10,0 vs. 8,1 Monate; Hazard Ratio [HR] 0,73). Bei Patient*innen mit PD-L1 CPS ≥ 1 betrug das mediane PFS 10,9 versus 7,3 Monate (HR 0,72; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,60–0,87). In der finalen Analyse war ein signifikant längeres medianes OS für Patient*innen im Pembro + SOC-Arm versus Placebo + SOC nachzuweisen (median 20,0 vs. 16,8 Monate; HR 0,80; 95%-KI: 0,67–0,94; p = 0,0040). Bei Teilnehmenden mit PD-L1 CPS ≥ 1 betrug das mediane OS 20,1, verglichen mit 15,7 Monaten (HR 0,79; 95%-KI: 0,66–0,95). Auch die ORR waren im Pembrolizumab-Arm im Vergleich zu Placebo + SOC deutlich besser (72,6 % vs. 60,1 %).

Damit führte die Erstlinientherapie mit Pembro plus Trastuzumab und Chemotherapie bei allen Patient*innen mit inoperablen HER2+ mG/GEJ-Tumoren zu einer statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Verbesserung des OS im Vergleich zu Pembro plus Trastuzumab und Chemotherapie. Das OS war bei Betroffenen mit PD-L1 CPS ≥1 länger. Diese Daten bestätigen das kombinierte Immuntherapie-Regime als die neue Standardtherapie in der Erstlinienbehandlung.

Dr. Katrina Recker

Quelle: Lonardi S et al. Final overall survival for the phase III, KEYNOTE-811 study of pembrolizumab plus trastuzumab and chemotherapy for HER2+ advanced, unresectable or metastatic G/GEJ adenocarcinoma. ESMO 2024, Abstract 1400O

Bilderquelle: © Tom – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person mit Kopftuch steht draußen vor hellem Himmel und blickt entspannt zur Seite

Junge Erwachsene mit Krebs – 
Herausforderungen in der Palliativmedizin

Fachartikel

Die Diagnose einer unheilbaren Krebserkrankung bedeutet immer einen entscheidenden Einschnitt im Leben. Über die besonderen Belastungen und Bedürfnisse von jungen Krebspatienten haben wir mit Dr. Pia Heußner, leitende Oberärztin Psycho-Onkologie am Onkologischen Zentrum Oberland des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und Murnau, gesprochen.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Medizinische Darstellung des menschlichen Darms mit digitalen Elementen und Arzt im Hintergrund

Expertise von interdisziplinären Tumorboards nutzen!

Fachartikel

Die Behandlungsstandards des kolorektalen Karzinoms (CRC) sind stark im Fluss, so wurde die S3-Leitlinie bereits nach wenigen Monaten erneut aktualisiert (Version 3.1, März 2026).

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Darmkrebs

Beitrag lesen
Gesunde Ernährung und Bewegung gegen das metabolische Syndrom

Ernährung und Biofaktoren bei 
tumorassoziierter Fatigue und Depression

Fachartikel

Aktuelle Daten lassen davon ausgehen, dass etwa 20 bis 40 % der Tumorpatienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Zeichen einer Mangelernährung aufweisen – abhängig von Tumorentität und Stadium. Im Verlauf fortgeschrittener Erkrankungen steigt dieser Anteil deutlich an.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen