Onkologie » Gastrointestinale Tumoren » Pankreaskarzinom

»

Spitzenforschung: CAR-T-Zelltherapie beim Pankreaskarzinom

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist Krebs, der sich in den Zellen der Bauchspeicheldrüse bildet. 3D-Darstellung

Spitzenforschung: CAR-T-Zelltherapie beim Pankreaskarzinom

News

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Pankreaskarzinom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Ein großangelegtes Forschungsprojekt zur CAR-T-Zeltherapie bei Pankreaskrebs ist angelaufen. Beteiligt sind verschiedene Universitätskliniken, das NCT Heidelberg, das Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) sowie das Biotechnologie Unternehmen Miltenyi Biotec. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs mit knapp 10 Millionen Euro.

Die Behandlung mit CAR-T-Zellen – genetisch „scharf gemachten“ T-Zellen – wird bei Blutkrebs bereits seit längerem erfolgreich eingesetzt. Den Patienten werden T-Zellen entnommen, diese werden ex vivo mit einem auf den individuellen Tumor ausgerichteten Antigenrezeptor ausgestattet und anschließend dem Patienten reinfundiert. Die modifizierten Immunzellen steuern die Krebszellen gezielt an und attackieren sie. Bei soliden Tumoren allerdings zeigte diese Form der zellulären Immuntherapie bislang kaum Wirkung.

Doch das könnte sich jetzt ändern. Denn es ist gelungen, einen Marker auf der Oberfläche von Pankreaskarzinomzellen zu finden, der geeignet ist, als tumor-spezifische Andockstelle für CAR-T-Zellen zu fungieren. CD318 heißt dieses Oberflächenmolekül. „Das größte Hindernis einer erfolgreichen CAR-T-Zell-Immuntherapie bei Pankreaskrebs war bislang der Mangel an geeigneten tumorspezifischen Oberflächenmolekülen. Mit CD318 haben wir einen geeigneten Kandidaten gefunden, der die Behandlung dieser Tumorerkrankung fundamental verändern könnte“, sagt Dr. Daniel Schäfer von Miltenyi Biotec. Am Tiermodell haben sich auf CD318 ausgerichtete CAR-T-Zellen als besonders wirksam gegen Pankreaskrebs erwiesen, der mit einer Sterblichkeit von nahezu 90 Prozent innerhalb von fünf Jahren zu den aggressivsten Krebserkrankungen zählt.

Vom Labor ans Krankenbett

Das Anfang Dezember 2024 gestartete Forschungsprogramm „ResCPa – Response features, efficacy and safety of CD318-targeted CAR-T cell therapy against pancreatic cancer“ soll die neue Technologie zügig vom Labor ans Krankenbett bringen. Geleitet wird das Translationsprojekt von Prof. Christoph Stein-Thoeringer, Universitätsklinik Tübingen. Außerdem sind die Unikliniken Freiburg, Heidelberg und Würzburg, das Klinikum rechts der Isar, das Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg sowie Miltenyi Biotec involviert. Gemeinsam werden sie eine klinische Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit der CD318-CAR-T-Zellen auf den Weg bringen. Mit ersten Ergebnissen ist Ende 2027 zu rechnen.

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen vom 2. Dezember 2024

Lesen Sie dazu auch ein Interview mit Prof. Christoph Stein-Thoeringer in „onkologie heute“ Ausgabe 4/2025.

Bilderquelle: © Crystal light – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person mit Kopftuch steht draußen vor hellem Himmel und blickt entspannt zur Seite

Junge Erwachsene mit Krebs – 
Herausforderungen in der Palliativmedizin

Fachartikel

Die Diagnose einer unheilbaren Krebserkrankung bedeutet immer einen entscheidenden Einschnitt im Leben. Über die besonderen Belastungen und Bedürfnisse von jungen Krebspatienten haben wir mit Dr. Pia Heußner, leitende Oberärztin Psycho-Onkologie am Onkologischen Zentrum Oberland des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und Murnau, gesprochen.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Medizinische Darstellung des menschlichen Darms mit digitalen Elementen und Arzt im Hintergrund

Expertise von interdisziplinären Tumorboards nutzen!

Fachartikel

Die Behandlungsstandards des kolorektalen Karzinoms (CRC) sind stark im Fluss, so wurde die S3-Leitlinie bereits nach wenigen Monaten erneut aktualisiert (Version 3.1, März 2026).

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Darmkrebs

Beitrag lesen
Gesunde Ernährung und Bewegung gegen das metabolische Syndrom

Ernährung und Biofaktoren bei 
tumorassoziierter Fatigue und Depression

Fachartikel

Aktuelle Daten lassen davon ausgehen, dass etwa 20 bis 40 % der Tumorpatienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Zeichen einer Mangelernährung aufweisen – abhängig von Tumorentität und Stadium. Im Verlauf fortgeschrittener Erkrankungen steigt dieser Anteil deutlich an.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen