Onkologie » Gynäkologische Tumoren » Mammakarzinom

»

Zahlreiche Optionen: Fertilität und Sexualität auch nach der Erkrankung möglich

Zahlreiche Optionen: Fertilität und Sexualität auch nach der Erkrankung möglich

News

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Welche Maßnahmen es gibt, trotz einer Krebstherapie ein Kind zu bekommen oder zu einem guten Sexualleben zurückzufinden – darauf gingen die Expertinnen und Experten einer entsprechenden Session ein.

Dr. Christina Justenhoven, Mainz, führte zunächst Daten des Krebsregisters aus, da Diagnose, Therapie und Nachsorge onkologischer Erkrankungen in Deutschland meldepflichtig sind. Somit können diese Daten auch Auswertungen zu klinischen Parametern ermöglichen. So zeigen die Zahlen aus Rheinland-Pfalz, dass vor allem Mammakarzinom-Patientinnen GnRH-Analoga erhalten – im wesentlichen Goserelin und Leuprorelin. Zudem sei der Anteil der Frauen, die eine Anti-Hormontherapie erhält, bei den jüngeren Patientinnen (< 45 Jahre) etwa 8 Prozentpunkte geringer als bei älteren Frauen (> 45 Jahre). Die Dauer der Therapie sei in etwa gleich.

Die Option der Fertilitätsprotektion erläuterte Dr. Norah Emrich, Bonn. Denn: Jede onkologische Patientin und jeder onkologische Patient mit guter Prognose im reproduktiven Alter sollte die Möglichkeit einer Beratung über fertilitätserhaltende Maßnahmen vor gonadotoxischer Therapie erhalten. Zu den infrage kommenden Maßnahmen gehören beim Mann die Kryokonservierung von Hodengewebe oder Spermien und bei der Frau der medikamentöse Ovarschutz mit GnRH-Analoga, die ovarielle Stimulation und Kryokonservierung von Oozyten sowie die Entnahme von Ovargewebe und Kryokonservierung mit Retransplantation.

Auch Prof. Dr. Heribert Kentenich, Berlin, unterstrich die Bedeutung dieser Behandlungsoptionen und verwies dazu auch auf die wichtigen Beratungen der Patientinnen und Patienten durch das FertiPROTEKT Netzwerk e.V.

Endokrine und sexualtherapeutische Nachsorge

Nach einer gonadotoxischen Therapie sollte unbedingt eine endokrine Nachsorge erfolgen, wie Prof. Dr. Ariane Germeyer, Heidelberg, deutlich machte. Das bedeute, dass je nach Situation eine Hormonersatztherapie (HRT) oder eine Kontrazeption gegeben werden sollte. Auch könne die Kryokonservierung von weiteren Eizellen erwogen werden. Und es gelte, die Patientin bei ihrem Kinderwunsch frühzeitig zu unterstützen.

Auch die Sexualität von Patientinnen muss nach einer Krebserkrankung und Therapie oftmals wieder hergestellt werden. Dazu erläuterte Prof. Dr. Annette Hasenburg, Mainz, die multimodale Behandlung möglicher Sexualstörungen. Auch hier sei die Kommunikation der Schlüsselfaktor – inkl. der Ermutigung, über Beschwerden und Ängste, aber auch über Wünsche zu sprechen. Dyspareunien und postmenopausale Symptome müssten therapiert und zu körperlicher Aktivität animiert werden. Zu guter Letzt sollte man als Ärztin und Arzt die eigene Kompetenz verbessern, Sexualität zu adressieren und Probleme therapieren zu können.

Anne Göttenauer

Quelle: Session „Sexual- und Fertilitätsstörungen in der Langzeitbetreuung“, 36. Deutscher Krebskongress 2024, 22. Februar 2024

Bilderquelle: © Thannaree – Adobe Stock

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person mit Kopftuch steht draußen vor hellem Himmel und blickt entspannt zur Seite

Junge Erwachsene mit Krebs – 
Herausforderungen in der Palliativmedizin

Fachartikel

Die Diagnose einer unheilbaren Krebserkrankung bedeutet immer einen entscheidenden Einschnitt im Leben. Über die besonderen Belastungen und Bedürfnisse von jungen Krebspatienten haben wir mit Dr. Pia Heußner, leitende Oberärztin Psycho-Onkologie am Onkologischen Zentrum Oberland des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und Murnau, gesprochen.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Medizinische Darstellung des menschlichen Darms mit digitalen Elementen und Arzt im Hintergrund

Expertise von interdisziplinären Tumorboards nutzen!

Fachartikel

Die Behandlungsstandards des kolorektalen Karzinoms (CRC) sind stark im Fluss, so wurde die S3-Leitlinie bereits nach wenigen Monaten erneut aktualisiert (Version 3.1, März 2026).

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Darmkrebs

Beitrag lesen
Gesunde Ernährung und Bewegung gegen das metabolische Syndrom

Ernährung und Biofaktoren bei 
tumorassoziierter Fatigue und Depression

Fachartikel

Aktuelle Daten lassen davon ausgehen, dass etwa 20 bis 40 % der Tumorpatienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Zeichen einer Mangelernährung aufweisen – abhängig von Tumorentität und Stadium. Im Verlauf fortgeschrittener Erkrankungen steigt dieser Anteil deutlich an.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen