Onkologie » Gynäkologische Tumoren » Mammakarzinom

»

Bei Lokalrezidiv: Intraoperative Strahlentherapie oder Salvage-Mastektomie?

© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Bei Lokalrezidiv: Intraoperative Strahlentherapie oder Salvage-Mastektomie?

News

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Mit einer Salvage-Mastektomie (ME) lassen sich beim intramammären Lokalrezidiv eine vollständige Tumorresektion und lokale Kontrolle erreichen. Ein erneutes brusterhaltendes Vorgehen in Kombination mit intraoperativer Strahlentherapie (IORT) im Sinne einer partiellen Re-Bestrahlung kann die sekundäre ME vermeiden, klinische Erfahrungen zu diesem Vorgehen sind jedoch begrenzt.

Daher wurde die vorliegende Analyse initiiert, in der die Therapieergebnisse und prognostischen Faktoren bei 22 Patientinnen ermittelt werden sollten, die wegen eines Mammakarzinom-Lokalrezidivs in den Jahren zwischen 2015 und 2023 operiert wurden oder eine IORT der Tumorloge erhielten. Die mediane Nachbeobachtungszeit lag bei 29 Monaten. Primäre Endpunkte waren die lokoregionale Kontrolle (LRC), das Gesamtüberleben (OS) sowie das fernmetastasenfreie Überleben (DMFS). Um den Einfluss von Patientenvariablen und Behandlungsfaktoren (Alter beim Lokalrezidiv, krankheitsfreies Intervall zwischen Erstdiagnose und Lokalrezidiv, Tumorstadium, Grading, Chemotherapie, Resektionsstatus, endokrine Therapie) auf diese Endpunkte zu beurteilen, wurde das Cox-Proportional-Hazards-Modell für die univariate Analyse eingesetzt. Überlebenskurven wurden mit der Kaplan-Meier-Methode erstellt.

Alle Frauen erhielten eine IORT mit 1 x 20 Gy. Die mediane Zeit zwischen Erstdiagnose des Primärtumors und des Lokalrezidivs lag bei 131,5 Monaten. Das Stadium rpT1c war mit n = 12 (54,5 %) am häufigsten vertreten. Drei Patientinnen erlitten ein Lokalrezidiv, das mittels Salvage-ME kurativ behandelt wurde. Das 3- und 5-Jahres OS lag bei jeweils 93 %, das LRC und 3- und 5-Jahres-DMFS betrug je 91 %. Die untersuchten Variablen waren bei der univariaten Analyse hinsichtlich des OS, LRC und DMFS nicht signifikant.

Nach Schlussfolgerung der Studienautor*innen wurde die Re-Bestrahlung mittels IORT gut toleriert und führte zur ausgezeichneten lokalen Kontrolle. Die IORT bietet daher in einem sorgfältig selektierten Kollektiv bei einem Lokalrezidiv eine sinnvolle Alternative zur Mastektomie.

Dr. Katrina Recker

Quelle: Sprave T et al. Stellenwert der intraoperativen Strahlentherapie beim intramammären Rezidiv nach brusterhaltender Ersttherapie eines Mammakarzinoms – Ergebnisse einer retrospektiven Studie. Senologie 2024; 8. Juni, Posterpräsentation; Abstract #076

Bilderquelle: © Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person mit Kopftuch steht draußen vor hellem Himmel und blickt entspannt zur Seite

Junge Erwachsene mit Krebs – 
Herausforderungen in der Palliativmedizin

Fachartikel

Die Diagnose einer unheilbaren Krebserkrankung bedeutet immer einen entscheidenden Einschnitt im Leben. Über die besonderen Belastungen und Bedürfnisse von jungen Krebspatienten haben wir mit Dr. Pia Heußner, leitende Oberärztin Psycho-Onkologie am Onkologischen Zentrum Oberland des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und Murnau, gesprochen.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Medizinische Darstellung des menschlichen Darms mit digitalen Elementen und Arzt im Hintergrund

Expertise von interdisziplinären Tumorboards nutzen!

Fachartikel

Die Behandlungsstandards des kolorektalen Karzinoms (CRC) sind stark im Fluss, so wurde die S3-Leitlinie bereits nach wenigen Monaten erneut aktualisiert (Version 3.1, März 2026).

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Darmkrebs

Beitrag lesen
Gesunde Ernährung und Bewegung gegen das metabolische Syndrom

Ernährung und Biofaktoren bei 
tumorassoziierter Fatigue und Depression

Fachartikel

Aktuelle Daten lassen davon ausgehen, dass etwa 20 bis 40 % der Tumorpatienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Zeichen einer Mangelernährung aufweisen – abhängig von Tumorentität und Stadium. Im Verlauf fortgeschrittener Erkrankungen steigt dieser Anteil deutlich an.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen