Onkologie » Gynäkologische Tumoren » Mammakarzinom

»

Brustkrebsoperationen ambulant nur mit besserer Finanzierung

Zwei Chirurgen im Operationssaal bei einer Brustkrebsoperation unter dem OP-Scheinwerfer

Quelle: © santypan – stock.adobe.com

Brustkrebsoperationen ambulant nur mit besserer Finanzierung

Berufspolitik

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

mgo medizin

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: ärztliches journal onkologie

Die senologischen Fachverbände haben ein gemeinsames Positionspapier zur Ambulantisierung der Brustkrebsoperation veröffentlicht.Der Hintergrund: Unter den aktuellen Rahmenbedingungen führt die ambulante Durchführung von Brustkrebsoperationen zu einer erheblichen Unterfinanzierung zentraler, für die Qualität unverzichtbarer Leistungen.

Die zertifizierten Brustzentren in Deutschland, die wissenschaftlichen Fachgesellschaften und die Vertreter von PatientInneninteressen unterstützen die politisch angestrebte Ambulantisierung ausgewählter Brustkrebsoperationen, sofern die Versorgungsqualität und die PatientInnensicherheit in einem entsprechenden ambulanten interdisziplinären Netzwerk gewährleistet bleiben. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen führt die ambulante Durchführung jedoch zu einer erheblichen Unterfinanzierung zentraler, für die Qualität unverzichtbarer Leistungen.

Brustkrebsoperationen sind Teil komplexer Therapieprozesse und erfordern eine intensive medizinische, pflegerische, physiotherapeutische und psychosoziale Betreuung. Wesentliche Elemente wie interdisziplinäre Tumorkonferenzen, Beratungen durch Breast Care Nurses, Physiotherapie mit Frühmobilisation, Psychoonkologie, Sozialdienst und studienbezogene Aufgaben werden im ambulanten Vergütungssystem nicht ausreichend abgebildet und sind hier bisher nicht vergleichbar zu zertifizierten Brustzentrumsstrukturen vorhanden. Eine fehlende Refinanzierung dieser Leistungen gefährdet die Strukturqualität und die bisherige Ergebnisqualität der zertifizierten Zentren und damit die Sicherheit und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten.

Die zertifizierten Brustzentren fordern daher ein umfassendes Vergütungsmodell, welches alle qualitätsrelevanten Leistungen einschließt, sowie die Einbindung der Fachgesellschaften in die Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung. Zudem müssen klare Indikationskriterien sicherstellen, dass vulnerable oder komplexe Patientinnen und Patienten weiterhin stationär behandelt werden können.

Eine Ambulantisierung der Brustkrebsoperationen kann nur dann sinnvoll umgesetzt werden, wenn sie nicht zu Lasten der Versorgungsgüte erfolgt. Politik und Entscheidungsträger sind aufgefordert, zeitnah tragfähige Rahmenbedingungen für eine qualitativ gesicherte ambulante Versorgung zu schaffen.

Zum Positionspapier

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Senologie

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person mit Kopftuch steht draußen vor hellem Himmel und blickt entspannt zur Seite

Junge Erwachsene mit Krebs – 
Herausforderungen in der Palliativmedizin

Fachartikel

Die Diagnose einer unheilbaren Krebserkrankung bedeutet immer einen entscheidenden Einschnitt im Leben. Über die besonderen Belastungen und Bedürfnisse von jungen Krebspatienten haben wir mit Dr. Pia Heußner, leitende Oberärztin Psycho-Onkologie am Onkologischen Zentrum Oberland des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und Murnau, gesprochen.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Medizinische Darstellung des menschlichen Darms mit digitalen Elementen und Arzt im Hintergrund

Expertise von interdisziplinären Tumorboards nutzen!

Fachartikel

Die Behandlungsstandards des kolorektalen Karzinoms (CRC) sind stark im Fluss, so wurde die S3-Leitlinie bereits nach wenigen Monaten erneut aktualisiert (Version 3.1, März 2026).

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Darmkrebs

Beitrag lesen
Gesunde Ernährung und Bewegung gegen das metabolische Syndrom

Ernährung und Biofaktoren bei 
tumorassoziierter Fatigue und Depression

Fachartikel

Aktuelle Daten lassen davon ausgehen, dass etwa 20 bis 40 % der Tumorpatienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Zeichen einer Mangelernährung aufweisen – abhängig von Tumorentität und Stadium. Im Verlauf fortgeschrittener Erkrankungen steigt dieser Anteil deutlich an.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen