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DCIS: Strahlentherapie und endokrine Therapie reduzieren neu aufgetretene Brustkrebsereignisse

DCIS: Strahlentherapie und endokrine Therapie reduzieren neu aufgetretene Brustkrebsereignisse

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Erschienen in: onkologie heute

Die Inzidenz des duktalem Carcinoma in situ (DCIS) ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen und macht ca. 30 % der in der Mammographie entdeckten Brustkrebsfälle aus [1]. Nach den Daten neuerer prospektiver Studien lässt sich mit einer adjuvanten Strahlen- und endokrinen Therapie die Anzahl der In-situ-Karzinome bei DCIS-Patient:innen (DCIS) reduzieren. Beide Behandlungen haben jedoch bisher keinen Einfluss auf das Überleben gezeigt.

Dies wurde von den Ergebnissen einer großen populationsbasierten Studie unter realen Alltagsbedingungen bestätigt. Ignatov et al. analysierten die Daten von 3.842 Betroffenen mit DCIS, die in den Jahren zwischen 2000 bis 2022 im Tumorregister Sachsen-Anhalt registriert worden waren. Für eine weitere Analyse kamen 2.692 Patient:innen in Frage, die zuvor brusterhaltend operiert wurden.

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 7,9 Jahren zeigten sich in beiden Gruppen 488 (204 invasive [130 ipsilateral vs. 74 kontralateral] bzw. 285 DCIS [253 ipsilateral vs. 32 kontralateral]). Die Radiotherapie verringerte signifikant die Inzidenz aller neuen Brustereignisse, wenn keine endokrine Behandlung durchgeführt wurde (HR0,40; p < 0,001). Sie zeigte jedoch keinen Effekt auf die Entwicklung eines kontralateralen Mammakarzinoms (HR 0,68; p = 0,6). Die endokrine Therapie reduzierte ebenfalls signifikant die Inzidenz aller neuen Brustereignisse (HR 0,56; p < 0,001) und verringerte die Anzahl wiederkehrender ipsilateraler (HR 0,56; p < 0,001) und kontralateraler Tumoren (HR 0,15; p < 0,001). Eine endokrine Therapie hatte aber keine Auswirkungen auf ipsilaterale invasive Erkrankungen, die bestrahlt worden waren (HR 0,99; p = 0,967). Weder die Radiotherapie noch die endokrine Therapie beeinflussten das Gesamtüberleben.

Damit bestätigten die Daten dieser Real-World-Analyse die Ergebnisse aus Studien, wonach eine Strahlen- und endokrine Therapie ipsilaterale bzw. ipsilaterale und kontralaterale neue Brustereignisse bei Frauen mit DCIS nach der Operation reduziert. Ein Überlebensvorteil konnte jedoch auch in dieser großen populationsbasierten Studie nicht nachgewiesen werden.

Dr. Katrina Recker

Referenzen:

  1. Lehmann C et al. Radiology 2017; 283: 49–58

Quelle: Ignatov A et al. Real world effectiveness of radiotherapy and endocrine therapy for DCIS. Senologie 2023; Abstract #0018

Bilderquelle: ©Mark Kostich – stock.adobe.com

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