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Eierstockkrebs: Fettgewebe schwächt die Immuntherapie

3D-Illustration von T-Lymphozyten, die eine Tumorzelle angreifen und durch Apoptose zerstören

Quelle: ©Corona Borealis - stocke.adobe.com

Eierstockkrebs: Fettgewebe schwächt die Immuntherapie

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Bei Eierstockkrebs wirken Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren bislang nur bei wenigen Betroffenen. Forschende des Helmholtz Instituts für Translationale Onkologie (HI-TRON Mainz) haben nun entdeckt, dass Fettstoffwechsel-Prozesse im Tumorumfeld entscheidend für die Therapiewirksamkeit sind – und damit neue Ansätze eröffnen, um Resistenzen zu überwinden.

Eierstockkrebs breitet sich häufig ins Bauchnetz aus

Eierstockkrebs und andere Tumorerkrankungen breiten sich häufig in das sogenannte Bauchnetz aus – eine fettreiche Gewebeschicht im Bauchraum, die die inneren Organe bedeckt. Das HI-TRON-Team um Niels Halama untersuchte, wie diese besondere Umgebung die Interaktion zwischen Tumorzellen und Immunzellen beeinflusst.

Fettgewebe versetzt Immunzellen in einen tumorfördernden Zustand

In der Nähe von Metastasen im Fettgewebe sammeln sich besonders viele Immunzellen – darunter T-Zellen und tumorassoziierte Makrophagen. Während T-Zellen grundsätzlich funktionsfähig bleiben, geraten Makrophagen durch die Aufnahme großer Fettmengen unter oxidativen Stress. In diesem Zustand unterdrücken sie die Immunantwort und begünstigen das Tumorwachstum.

Blockade bestimmter Signalwege reaktiviert die Immunabwehr

Die Forschenden konnten zeigen, dass sich dieser immununterdrückende Zustand umkehren lässt. Die Hemmung des Signalwegs um den Rezeptor CCR5 – etwa mit dem HIV-Medikament Maraviroc – programmierte Makrophagen neu, sodass T-Zellen wieder stärker in den Tumor eindringen und Krebszellen wirksamer bekämpfen konnten. Einen ähnlichen Effekt erzielte die Blockade des Rezeptors CD36: Beide Ansätze reduzierten die Fettbelastung der Makrophagen und stärkten die Immunantwort gegen den Tumor.

Welche Patientinnen profitieren besonders von der Immuntherapie?

Die Studie liefert zudem Hinweise auf geeignete Patientinnengruppen: Frauen mit Metastasen im Bauchnetz sprachen häufiger auf Checkpoint-Inhibitoren an als jene ohne Befall dieses Gewebes. Mithilfe von CT-Bildgebung und maschinellem Lernen entwickelten die Forschenden sogar ein Modell, das das Vorliegen von Bauchnetz-Metastasen und damit die Wahrscheinlichkeit eines Therapieansprechens abschätzen kann.

Kombination von Immuntherapie und Stoffwechseleingriff als Zukunftsperspektive

„Die Ergebnisse machen deutlich, wie stark Stoffwechselprozesse im Tumorumfeld das Verhalten von Immunzellen beeinflussen“, sagt Studienleiter Niels Halama. Langfristig könnten Kombinationstherapien aus Checkpoint-Inhibitoren und Wirkstoffen gegen Stoffwechsel- oder Entzündungssignale die Behandlung von Eierstockkrebs verbessern. Auch Ernährung und Sport könnten sich positiv auswirken – Studienergebnisse dazu stehen jedoch noch aus.

Originalpublikation: Meggy Suarez-Carmona et al. Harnessing lipid-driven immunometabolic pathways in omental metastases to enhance immunotherapy in patients with ovarian cancer Signal Transduction and Targeted Therapy 2026;

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz.) vom 24.03.2026

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