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Fertilität bei CAR-T-Zell-Therapie: Ergebnisse einer europaweiten Umfrage  

Ein Paar bei einer Beratung mit einem Arzt in einem modernen Büro.

Quelle: © Nina Lawrenson/peopleimages.com – stock.adobe.com

Fertilität bei CAR-T-Zell-Therapie: Ergebnisse einer europaweiten Umfrage  

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Die CAR-T-Zell-Therapie wird zunehmend bei B-Zell- und Plasmazell-Malignomen eingesetzt. Auswirkungen auf die Fertilität sind bislang unklar. Auf dem ASH-Kongress 2025 präsentierte Giorgio Orofino (Mailand) Umfrageergebnisse zum Fertilitätsmanagement nach zellulären Therapien.

Die CAR-T-Zell-Therapie zeigt eine hohe Wirksamkeit bei hämatologischen B-Zell- und Plasmazell-Malignomen und wird zunehmend auch früher im Therapieverlauf sowie bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Mit der breiteren Anwendung rücken Langzeitfolgen wie Fertilitätsstörungen stärker in den Fokus.  

Die verwendeten Therapielinien und lymphodepletiven Regime beinhalten häufig alkylierende Substanzen, die die ovarielle Reserve und Spermatogenese beeinträchtigen können. Daten zur Fertilität nach CAR-T-Therapie sind bislang limitiert, und es existieren keine spezifischen Leitlinien zur Fertilitätserhaltung. 

Um diese Lücke zu schließen, wurde im Auftrag der Cellular Therapy and Immunobiology Working Party (CTIWP) der EBMT eine Querschnittsbefragung durchgeführt, um die aktuellen Praktiken bezüglich Fertilitätsberatung und -erhaltung bei Patienten unter CAR-T-Zell-Therapie zu erfassen. Die Umfrage wurde von Januar bis April 2025 an 341 Zentren versandt, von denen 63 Zentren (19 %) Daten lieferten und in die Primäranalyse einbezogen wurden.  

Die meisten Zentren begannen ihr CAR-T-Programm im Jahr 2019 und behandelten im Median 56 Patienten pro Zentrum. Obwohl vor Beginn der Behandlung häufig eine Fertilitätsberatung erfolgte, berichteten 11 Zentren (17 %), dass sie Patienten nicht routinemäßig über die potenziellen Auswirkungen der CAR-T-Zell-Therapie auf die Fertilität informierten.  

Die Mehrheit der Zentren bot Verfahren zur Fertilitätserhaltung an, insbesondere 49 Zentren (78 %) für weibliche und 50 (79 %) für männliche Patienten. 41 % der Zentren berichtenden, während der CAR-T-Zell-Therapie keine routinemäßige psychologische Unterstützung anzubieten.  

Hauptgründe für eine Fertilitätserhaltung waren Kinderwunsch (43%) und junges Alter (39%), während die Dringlichkeit der Therapie (38%) und umfangreiche Vortherapien (36%) häufig dagegen sprachen. 

Bei männlichen Patienten war die natürliche Gewinnung und Kryokonservierung von Sperma die am häufigsten angewandte Methode (63 %). Für weibliche Patienten waren die Kryokonservierung von Eizellen (43 %) und von Ovargewebe (40 %) die häufigsten Strategien.  

Insgesamt wurden sieben Schwangerschaften gemeldet, davon vier Lebendgeburten, zwei davon nach Eizellenkryokonservierung. Die endokrinologische Nachsorge war uneinheitlich, wobei LH und FSH bei Frauen am häufigsten kontrolliert wurden, das Anti-Müller-Hormon jedoch nur selten (36%). Bei Männern wurde am häufigsten Testosteron überwacht (93 %). Die meisten weiblichen Patienten erhielten keine Therapie zur ovariellen Funktionsruhe, da 62 % der Zentren angaben, diese Maßnahmen nie zu empfehlen. 

Die Ergebnisse verdeutlichen eine erhebliche Heterogenität und einen Mangel an standardisierten Prozessen. Durch der früheren Anwendung der CAR-T-Zell-Therapie und einem jüngeren Patient*innenkollektiv sollte die Fertilitätserhaltung ein routinemäßiger Bestandteil der Versorgung werden. Die Studie dokumentiert erstmals Lebendgeburten nach CAR-T-Therapie und unterstreicht damit die Notwendigkeit umfassenderer Studien und der Entwicklung formaler Leitlinien für die Fertilitätsbetreuung in diesem Kontext. 

Quelle: Orofino G et al. Survey on fertility management and outcomes after cellular therapies, on behalf of the EBMT cellular therapy and immunobiology working party. ASH Congress 2025  

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