Onkologie » Urogenitale Tumoren » Prostatakarzinom

»

G-BA fördert Prostatakarzinom-Studie mit 4,3 Mio. Euro

Pflegerin zeigt älterem männlichen Patienten eine digitale Anwendung auf dem Smartphone

Quelle: © Studio Romantic - stocke.adobe.com

G-BA fördert Prostatakarzinom-Studie mit 4,3 Mio. Euro

News

Onkologie

Prostatakarzinom

mgo medizin

mgo medizin Redaktion

Verlag

4 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) fördert eine neue Multicenter-Studie zur Prostatakrebsforschung mit 4,3 Millionen Euro. Die Heinrich-Heine-Universität (HHU) Düsseldorf und das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) leiten den Verbund, der die Wirksamkeit von „Patient Reported Outcome Measures (PROMs)“ bei lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs untersucht.

Kooperationspartner und Studienstruktur

Für die große Multicenter-Studie arbeitet die Klinik für Urologie (Klinikdirektor und Leiter der Studie Prof. Dr. Peter Albers, Prof. Dr. Jan Philipp Radtke, Dr. Rouvier Al-Monajjed) am Standort Düsseldorf unter anderem mit dem Klinischen Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (Institutsdirektorin Prof. Dr. Ulrike Dinger-Ehrenthal, Dr. André Karger, Dr. Dominik Fugmann) und der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie (Klinikdirektorin Prof. Dr. Juliane Hörner-Rieber, PD Dr. Danny Jazmati) zusammen. Konsortialpartner sind unter anderem die Universitätsmedizin Göttingen mit dem Institut für Medizinische Statistik, die Universität zu Köln (UzK), die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Bergische Universität Wuppertal mit dem Fachbereich Gesundheitsökonomie. An dem Klinikverbund sind darüber hinaus insgesamt 14 Standorte in NRW und Deutschland beteiligt sowie die Krankenkassen AOK Rheinland-Hamburg, Techniker Krankenkasse, DAK-Gesundheit und IKK Classic.

Für diese Studie kooperieren mehrere von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierte Prostatakarzinomzentren. Neben der Heinrich-Heine-Universität (HHU) die Kliniken für Urologie und Radioonkologie der Universitäten Bonn und Köln (CIO-ABCD) sowie das Marienhospital Herne als Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, die urologischen Kliniken der Kliniken Freiburg, Wuppertal, Oldenburg, Frankfurt, Aachen, Dortmund, Recklinghausen, Maria Hilf Mönchengladbach, Herford und Gronau. Die Patienten sind über den Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. und die Bundesarbeitsgemeinschaft Krebsberatung (BAK) beteiligt. Die Share-to-care GmbH ist zudem in die Patienteninformation eingebunden. Das Datenmanagement erfolgt über die Onkozert GmbH. Die Rolle des Sprechers übernimmt Prof. Dr. Peter Albers (Direktor der Klinik für Urologie, Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD)).

Studiendesign und Ziele der BE-PRO-Studie

Bei Patient Reported Outcome Measures, kurz PROMs, handelt es sich um standardisierte Fragebögen, die dazu genutzt werden, eine objektive Einschätzung des eigenen Gesundheitszustandes durch den Patienten abzufragen. Teil der PROMs sind etwa Fragen nach der Symptomlast, der Funktionsfähigkeit, der Lebensqualität und dem allgemeinen Gesundheitszustand. Im Rahmen einer vermehrten Patientenzentrierung in der medizinischen Versorgung spielen PROMs eine immer größere Rolle.

Im Rahmen der neuen Studie „BE-PRO – Benefit einer Patient Reported Outcome Measures (PROM) optimierten Behandlung mit lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs” wollen die Forschenden nun ermitteln, ob ein kombinierter Versorgungspfad (exzellente multidisziplinäre Behandlung in Zentren verbunden mit zusätzlich engmaschiger Rückmeldung von Ergebnissen durch Patienten) die Langzeitergebnisse nach Therapie eines lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinoms verbessern kann. Hierzu entwickelt das Team einen elektronischen Fragebogen zur Erhebung der PROMs (ePROMs), der app- oder webbasiert bei der Erfassung und dem Monitoring der PROMs unterstützen soll. Die durch die ePROMs gewonnenen Kenntnisse sollen in den gesamten Therapieablauf eingebunden werden, um diesen so zu optimieren. Ziel der Studie ist es zu ermitteln, ob die Patienten bei vorausgesetzt exzellenten Behandlungsergebnissen in zertifizierten Prostatakarzinomzentren eine höhere Lebensqualität und Zufriedenheit erreichen. Diese Studie wird durch den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) nun mit insgesamt 4,3 Millionen Euro gefördert.

„Prostatakrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Männern und besonders im lokal fortgeschrittenen Stadium multidisziplinär behandlungsbedürftig. Der Ansatz, diese komplexe Therapie durch digitale Anwendungen zu optimieren ist sehr vielversprechend. Dass wir diesem Ansatz nun durch diese Multicenter-Studie unter Düsseldorfer Leitung nachgehen können, freut uns sehr. Das Projekt reiht sich damit in eine Reihe von Forschungsprojekten zum Prostatakarzinom ein, die in den letzten Jahren in Düsseldorf begonnen werden konnten”, so Prof. Albers. Dr. Karger ergänzt: „Wir erhoffen uns von der Studie, dass die ePROMs uns ermöglichen, die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten noch besser einzubringen. Vor allem bei onkologischen Erkrankungen spielt es eine immer wichtigere Rolle, auch die psychologischen Bedürfnisse der Patienten zu beachten.”

Bei dieser multizentrischen, prospektiven Studie kommen die ePROMs sowohl in der Diagnostik, in der Planung der Therapie als auch während und nach der Therapie selbst zum Einsatz. Der Erfolg der ePROMs wird durch den Abgleich mit einer randomisierten Kontrollgruppe gemessen. Projektziel ist die Evaluation eines durch ePROMs unterstützten Behandlungspfades. Dessen Ziel ist es, die körperlichen und psychischen Symptome, die Lebensqualität und die Zufriedenheit der Patienten durch die gewählte Behandlung bei insgesamt hervorragenden onkologischen Ergebnissen in den von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Prostatakarzinomzentren zu verbessern.

Quelle: Pressemitteilung der Heinrich Heine Universität Düsseldorf (hhu) vom 01.04.2026

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person mit Kopftuch steht draußen vor hellem Himmel und blickt entspannt zur Seite

Junge Erwachsene mit Krebs – 
Herausforderungen in der Palliativmedizin

Fachartikel

Die Diagnose einer unheilbaren Krebserkrankung bedeutet immer einen entscheidenden Einschnitt im Leben. Über die besonderen Belastungen und Bedürfnisse von jungen Krebspatienten haben wir mit Dr. Pia Heußner, leitende Oberärztin Psycho-Onkologie am Onkologischen Zentrum Oberland des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und Murnau, gesprochen.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Medizinische Darstellung des menschlichen Darms mit digitalen Elementen und Arzt im Hintergrund

Expertise von interdisziplinären Tumorboards nutzen!

Fachartikel

Die Behandlungsstandards des kolorektalen Karzinoms (CRC) sind stark im Fluss, so wurde die S3-Leitlinie bereits nach wenigen Monaten erneut aktualisiert (Version 3.1, März 2026).

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Darmkrebs

Beitrag lesen
Gesunde Ernährung und Bewegung gegen das metabolische Syndrom

Ernährung und Biofaktoren bei 
tumorassoziierter Fatigue und Depression

Fachartikel

Aktuelle Daten lassen davon ausgehen, dass etwa 20 bis 40 % der Tumorpatienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Zeichen einer Mangelernährung aufweisen – abhängig von Tumorentität und Stadium. Im Verlauf fortgeschrittener Erkrankungen steigt dieser Anteil deutlich an.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen