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Neuer Europäischer Kodex gegen Krebs stellt Prävention in den Fokus

Symbolbild: Arzt zeigt auf „Stop Cancer“ – Prävention, Früherkennung und gesunder Lebensstil senken das Krebsrisiko

Quelle: © NicoElNino – stock.adobe.com

Neuer Europäischer Kodex gegen Krebs stellt Prävention in den Fokus

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Die WHO gibt 14 Empfehlungen zur Krebsprävention. Der neue Europäische Kodex betont gesunden Lebensstil und politische Verantwortung, um das Krebsrisiko für alle deutlich zu senken.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Michael Baumann, Vorstand des DKFZ: „Allein im Jahr 2023 erhielten rund 520.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Krebs. Zwei von fünf dieser Erkrankungen wären durch gesundheitsbewusstes Verhalten vermeidbar gewesen. Viele der Schicksale könnten durch Prävention und Früherkennung verhindert oder deutlich abgemildert werden. Der Europäische Kodex gegen Krebs bündelt wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen und ist damit ein unverzichtbares Instrument für alle, die ihre Gesundheit aktiv schützen wollen. Dass der Kodex nun erstmals auch die Politik in die Pflicht nimmt, begrüßen wir sehr.“

Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe: „Krebsprävention ist mehr als eine individuelle Aufgabe. Es bedarf einer Gesetzgebung, die gesunde Lebensräume für alle schafft. Prävention und Gesundheitsförderung müssen deshalb ein zentraler Bestandteil politischer Strategien sein. Das Wissen ist vorhanden – wir müssen das enorme Präventionspotenzial endlich nutzen! Wir werden nicht müde, die Politik aufzufordern, aktiv zu werden. Davon würde jeder und jede einzelne sowie die Gesellschaft als Ganze profitieren.“
IARC verschärft bisherige Präventionsempfehlungen
Ein krebsvorbeugender Lebensstil beinhaltet unter anderem den Verzicht auf Tabak, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht sowie Schutz vor UV-Strahlung. Einige Empfehlungen hat die IARC erweitert bzw. verschärft: So warnt der Kodex nun auch vor dem Konsum von E-Zigaretten und Vapes. Zudem raten die Autoren zum vollständigen Verzicht auf Alkohol sowie auf die Nutzung von Solarien.

Erweiterung auf 14 Empfehlungen
Statt zwölf umfasst der Kodex nun 14 Handlungsempfehlungen, die Menschen helfen, ihr Krebsrisiko zu verringern. Erstmalig hat die IARC Umweltverschmutzung als Faktor aufgenommen. Der Kodex empfiehlt beispielsweise, sich mit Bus und Bahn sowie zu Fuß und mit dem Fahrrad fortzubewegen, anstatt das Auto zu nutzen, oder auf Feuerstätten in Innenräumen zu verzichten.
Zwei separate Empfehlungen richten sich an Frauen. Für junge Mütter gilt: Möglichst langes Stillen senkt das Risiko für Brustkrebs. Frauen mit Beschwerden in den Wechseljahren sollten eine Hormonersatztherapie nur nach ärztlicher Rücksprache und so kurz wie nötig einsetzen.

Staat trägt Verantwortung, gesundes Verhalten zu fördern
In der fünften Auflage richtet sich die IARC mit dem Krebskodex erstmals ausdrücklich an die Politik. Sie fordert wirksame gesetzliche Maßnahmen, damit gesunde Entscheidungen im Alltag leichter fallen. Dazu gehören unter anderem höhere Steuern auf Tabak- und Nikotinprodukte, Alkohol, zuckerreiche Lebensmittel und stark verarbeitetes Fleisch. Ergänzend sollen Informationskampagnen die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken.

Auch beim Impfschutz sieht die IARC eine zentrale staatliche Verantwortung. Sie empfiehlt, Impfprogramme gegen Hepatitis B und humane Papillomaviren auszubauen. Darüber hinaus müssen politische Entscheidungsträger für bessere Arbeitsschutzmaßnahmen sorgen, insbesondere bei Menschen, die im Freien oder mit krebserregenden Stoffen arbeiten. Durch kluge Stadtplanung soll zudem die Luftqualität verbessert werden, etwa indem Schulen und Kitas nicht an stark befahrenen Straßen errichtet werden.

Die fünfte Auflage des Europäischen Kodex gegen Krebs finden Sie ab dem 04. Februar 2026 auf Deutsch unter: https://cancer-code-europe.iarc.who.int/
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe

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