Onkologie » Sonstiges

»

HNO 2026: Technik, Qualität und Evidenz in der Chirurgie

Arzt hält anatomisches Ohrmodell in der Hand und erklärt die Struktur des Ohres mit einem Stift vor einem Laptop

Quelle: © chinnarach - stocke.adobe.com

HNO 2026: Technik, Qualität und Evidenz in der Chirurgie

News

Onkologie

Sonstiges

mgo medizin

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Die Kopf-Hals-Chirurgie gehört zu den vielseitigsten und technisch anspruchsvollsten Bereichen der HNO-Heilkunde. Bei der Jahresversammlung der DGHNO-KHC vom 13.–16. Mai in Ulm stehen Qualitätssicherung, innovative Techniken und aktuelle Forschungsergebnisse im Mittelpunkt – für eine Medizin auf höchstem Evidenzniveau.

Die Eingriffe reichen von hochpräziser Mikrochirurgie am Steigbügel – dem kleinsten Knochen des menschlichen Körpers – bis zu funktionserhaltenden Tumoroperationen mit komplexen Rekonstruktionen. Sie stellen höchste Anforderungen an Sicherheit und Expertise. „Unser Ziel ist eine sichere Behandlung, die die Lebensqualität der Patient*innen erhält oder verbessert”, betont Tagungspräsident Prof. Thomas Hoffmann. Dieses breite Spektrum erfordert Erfahrung, Systematik sowie eine enge interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit. Während in der Otologie vor allem funktionelle Ergebnisse wie Hörverbesserung und Schwindelvermeidung im Vordergrund stehen, zielt die Kopf-Hals-Onkologie darauf ab, das Überleben zu verbessern und gleichzeitig Sprech-, Schluck- und Atemfunktion zu erhalten oder wiederherzustellen.

Qualität und Sicherheit als Grundpfeiler

Um dieses Niveau zu gewährleisten, setzt die DGHNO-KHC auf strukturierte Qualitätssysteme: Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen, standardisierte OP-Abläufe sowie interdisziplinäre ERAS-Konzepte (Enhanced Recovery After Surgery) bilden dabei die Basis. Qualitätskontrollen erfolgen im Rahmen von Zertifizierungen – etwa durch Onkozert oder ClarCert, beispielsweise für Cochlea-Implant-versorgende Einrichtungen (CIVE) – und werden durch Personenzertifikate wie Zusatzbezeichnungen oder Expertenzertifikate ergänzt.

Forschung und Evidenz als Motor der Weiterentwicklung

Für die fachliche Weiterentwicklung rückt die klinische Forschung stärker in den Mittelpunkt. Aktuelle prospektive chirurgische Studien und Versorgungsregister – etwa zu Cochlea-Implantaten, Tumorbehandlungen oder minimalinvasiven Verfahren – liefern belastbare, evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen. Diese Daten tragen zur Weiterentwicklung der Weiterbildungsordnung, zur Anpassung von Behandlungsleitlinien und zur intersektoralen Vernetzung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung bei. Gleichzeitig fördern sie eine zunehmende Transparenz chirurgischer Ergebnisse.

Die Jahresversammlung in Ulm unter dem Motto „Faszination Kopf-Hals-Chirurgie” bietet eine ideale Plattform für den gemeinsamen Austausch zu klinischen und wissenschaftlichen Innovationen – und zugleich die Möglichkeit, junge Mediziner*innen für den Fachbereich HNO mit Kopf-Hals-Chirurgie zu begeistern und Weiterbildungsassistent*innen fachlich fortzubilden.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde vom 11.05.2026

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person mit Kopftuch steht draußen vor hellem Himmel und blickt entspannt zur Seite

Junge Erwachsene mit Krebs – 
Herausforderungen in der Palliativmedizin

Fachartikel

Die Diagnose einer unheilbaren Krebserkrankung bedeutet immer einen entscheidenden Einschnitt im Leben. Über die besonderen Belastungen und Bedürfnisse von jungen Krebspatienten haben wir mit Dr. Pia Heußner, leitende Oberärztin Psycho-Onkologie am Onkologischen Zentrum Oberland des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und Murnau, gesprochen.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Medizinische Darstellung des menschlichen Darms mit digitalen Elementen und Arzt im Hintergrund

Expertise von interdisziplinären Tumorboards nutzen!

Fachartikel

Die Behandlungsstandards des kolorektalen Karzinoms (CRC) sind stark im Fluss, so wurde die S3-Leitlinie bereits nach wenigen Monaten erneut aktualisiert (Version 3.1, März 2026).

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Darmkrebs

Beitrag lesen
Gesunde Ernährung und Bewegung gegen das metabolische Syndrom

Ernährung und Biofaktoren bei 
tumorassoziierter Fatigue und Depression

Fachartikel

Aktuelle Daten lassen davon ausgehen, dass etwa 20 bis 40 % der Tumorpatienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Zeichen einer Mangelernährung aufweisen – abhängig von Tumorentität und Stadium. Im Verlauf fortgeschrittener Erkrankungen steigt dieser Anteil deutlich an.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen