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Nebenwirkungen in der Krebstherapie gezielt kalkulieren

Wissenschaftlerin in Schutzkleidung pipettiert eine Probe im medizinischen Labor, im Hintergrund eine weitere Forscherin

Quelle: ©ultramansk - stocke.adobe.com

Nebenwirkungen in der Krebstherapie gezielt kalkulieren

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Das Multiple Myelom ist eine Krebserkrankung, bei der sich Plasmazellen unkontrolliert im Knochenmark vermehren. Eine Heilung bleibt bislang nicht möglich – verschiedene Therapien können die Erkrankung jedoch stabilisieren. Ein vielversprechender Ansatz ist die Stammzelltherapie mit körpereigenen Zellen, die bisher oft wochenlange Krankenhausaufenthalte erfordert. Forschende untersuchen nun ambulante Alternativen.

Maschinelles Lernen für sicherere Therapieplanung

Ein Forschungsteam hat mithilfe von Methoden des Maschinellen Lernens aufgezeigt, unter welchen Voraussetzungen Teile der Stammzelltherapie sicher ambulant durchgeführt werden können. Die Studie – eine Zusammenarbeit des Göttingen Campus Instituts (CIDBN), der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der Universitätsmedizin OWL Bielefeld – wurde in der Fachzeitschrift npj Digital Medicine veröffentlicht.

Wochenlange Klinikaufenthalte oft unvermeidbar – aber für alle?

Bei der autologen Stammzelltransplantation werden körpereigene Stammzellen nach einer Chemotherapie aus dem Blut gewonnen. Während der sogenannten Stammzellmobilisierung verbringen Betroffene oft zwei bis drei Wochen im Krankenhaus – zum Schutz vor schweren Nebenwirkungen wie Nierenversagen oder Infektionen. „Wir haben uns gefragt, ob der lange Krankenhausaufenthalt überhaupt für alle Patient*innen notwendig ist“, erklärt Dr. Enver Aydilek.

Datenbasierte Modelle zur individuellen Risikovorhersage

Anhand der Behandlungsdaten von 109 Myelom-Patient*innen der UMG identifizierten die Forschenden Zeitfenster mit geringem Nebenwirkungsrisiko und entwickelten Modelle zur präzisen Vorhersage individueller Verläufe. „Mit unserem datengestützten Therapiefahrplan können wir besser einschätzen, wer eine stationäre Überwachung benötigt und wer die Therapie sicher ambulant verbringen kann“, sagt Erstautor Friedrich Schwarz.

Doppelter Gewinn: Mehr Lebensqualität, effizientere Kliniken

Eine ambulante Behandlung könnte sich gleich doppelt lohnen: Patient*innen profitieren von einer individuelleren Therapie in gewohnter häuslicher Umgebung, während Kliniken ressourcenschonender planen können. Die Studie legt hierfür einen ersten Grundstein.

Quelle: Pressemitteilung der Georg-August-Universität Göttingen vom 23.03.2026

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