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Spitzenmedizin: Neues Netzwerk für Krebspatienten startet

Vernetzung von Krebspatienten durch digitale Netzwerke und regionale Versorgungsstrukturen.

Spitzenmedizin: Neues Netzwerk für Krebspatienten startet

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Fünf regionale Netzwerke sollen Krebspatienten bundesweit Zugang zu modernster Medizin sichern. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Programm mit 12 Mio. Euro für bessere Versorgung und Vernetzung.

Weite Wege, eine schlechte Vernetzung und keine strukturierte Zusammenarbeit zwischen Kliniken und niedergelassenen Fach- oder Hausärzten – in vielen ländlichen, aber auch urbanen Regionen sind die Herausforderungen bei der onkologischen Versorgung nach wie vor groß. In ländlichen Gebieten gibt es oft nur wenige auf Tumorerkrankungen spezialisierte Einrichtungen oder Maximalversorger in der Nähe – dementsprechend ist für die Betroffenen auch der Zugang zu modernsten Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten erschwert. Der gegenseitige Informationsaustausch, die zeitnahe Weitergabe von Befunden und eine effiziente Kommunikationsstruktur fehlen oder funktionieren aufgrund mangelnder IT-Vernetzung oft nur eingeschränkt. Ebenfalls problematisch ist in vielen Regionen der Zugang zu Supportiv-, Nachsorge- und psychoonkologischen Angeboten sowie Krebs-Selbsthilfestrukturen.

Probleme der onkologischen Versorgung lösen

„Für Patientinnen und Patienten in den entsprechenden Regionen sind dies große Hindernisse. Hier sind bessere Versorgungsmöglichkeiten, eine starke Vernetzung der Versorger, der Zugang zu klinischen Studien und umfassende supportive Angebote zwingend erforderlich“, so Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. Um hierfür Lösungen zu entwickeln, hat die Deutsche Krebshilfe ein neues Förderprogramm „Modelle für eine optimierte, dezentrale onkologische Versorgung“ initiiert.

Kern des Programms ist die Vernetzung von nicht‑universitären Kliniken mit einem Comprehensive Cancer Center (CCC). Die Patienten profitieren dann sowohl von lokalen, wohnortnahen Strukturen als auch von den hohen Versorgungsstandards eines CCCs. In diesen von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichneten universitären Spitzenzentren der Krebsmedizin werden jedes Jahr rund 250.000 Krebspatientinnen und -patienten umfassend und qualitätsgesichert nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen versorgt. So erhalten sie beispielsweise Zugang zu modernsten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.

Sektorenübergreifende Maßnahmen

Die Deutsche Krebshilfe fördert fünf Versorgungsnetzwerke, die jeweils spezifische regionale Ausgangslagen adressieren. Sie zielen darauf ab, die onkologische Versorgung in der gesamten Region durch sektorenübergreifende Ansätze zu verbessern, beispielsweise durch

  • die Entwicklung von Kommunikations- und Kompetenzplattformen, um die Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Fach- oder auch Hausärzten sowie onkologischen Einrichtungen zu intensivieren,
  • den Aufbau zentraler Koordinationsstellen, an denen alle Informationen von Patienten und Behandlungsteams zusammenlaufen,
  • die Entwicklung schneller digitaler Kommunikationswege,
  • die Etablierung von digitalen Onkolotsen-Portalen und direkten Ansprechpartnern für Patienten,
  • den Aufbau von Studien- und Zweitmeinungsplattformen für die an der Behandlung beteiligten Ärztinnen und Ärzte sowie auch mit niedrigschwelligem Zugang für Patienten, spezielle „Flying Teams“ wie mobile Pflege- und Psychoonkologie-Einheiten, die eine umfassende Versorgung schwerstkranker Patienten zuhause ermöglichen,
  • digitale Patientenportale, die die Indikationsstellung und das Symptom-Monitoring unterstützen,
  • lokale Patientenbeiräte, um die Patientenbeteiligung in den jeweiligen Netzwerken zu stärken.

Die fünf geförderten Netzwerke im Überblick

  • Stärkung der regionalen onkologischen Versorgung über optimierte Vernetzung mit Hausärzt*innen und Empowerment von Patient*innen (RegioOnkoNet) – ein Versorgungsnetzwerk in der Region Mittlerer Oberrhein, Teile des Enzkreises sowie der Stadt Pforzheim und Teilen der Südpfalz, u. a. unter Beteiligung des Städtischen Klinikums Karlsruhe und dem Tumorzentrum Freiburg – Comprehensive Cancer Center (CCCF)
  • Aufbau eines Netzwerkes zur Sicherstellung einer qualitätsgesicherten Versorgung von Krebspatienten in Oberfranken u. a. unter Beteiligung des
  • Klinikums Bayreuth und der Comprehensive Cancer Center Allianz Würzburg/Erlangen/Regensburg/Augsburg (CCC WERA), Standort Erlangen
  • Onkologisches Netzwerk Alb, Allgäu & Bodensee-Oberschwaben u. a. unter Beteiligung des Klinikums Kempten und des Comprehensive Cancer Center Ulm
  • OnkoNetzOberland – ein Versorgungsnetzwerk im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und angrenzenden Bereichen des Bayerischen Oberlands, u. a. unter Beteiligung des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und des Comprehensive Cancer Center München
  • Thüringer Konsortium zur Verbesserung der Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten im ländlichen Raum (KONKRET) u. a. unter Beteiligung des Waldklinikums Gera und des Mitteldeutschen Krebszentrums (Cancer Center Central Germany – CCCG), Standort Jena.

„Bei der Auswahl der Projekte war es uns wichtig, ob und wie sich diese Konzepte auch auf andere Regionen übertragen lassen. Damit wollen wir sicherstellen, dass die in diesem Programm entwickelten Modelle das Potenzial haben, die Versorgung auch bundesweit flächendeckend zu verbessern“, erläutert Nettekoven. „Unser Förderprogramm zielt vor allem darauf ab, in den entsprechenden Regionen die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten weiter zu verbessern. Nach erfolgreicher Umsetzung und Evaluierung der Modelle muss die Regelfinanzierung der Strukturen durch die Kostenträger des Gesundheitswesens das weitere Ziel sein.“

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe

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