Onkologie » Sonstiges

»

Stärkere Patientenperspektive in der Krebsversorgung

Ärztin im Gespräch mit Patientin – vertrauensvoller Austausch in der medizinischen Versorgung

Quelle: © LuneVA/peopleimages.com - stocke.adobe.com

Stärkere Patientenperspektive in der Krebsversorgung

News

Onkologie

Sonstiges

mgo medizin

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Das Mitteldeutsche Krebszentrum (CCCG) der Universitätskliniken Leipzig und Jena hat mit ONCOlleg eine neue Fortbildungsreihe ins Leben gerufen. Rund 20 Patient*innen und Angehörige werden zu Patientenbotschafter*innen ausgebildet, um ihre Erfahrungen aktiv in die onkologische Forschung einzubringen und die Krebsversorgung nachhaltig zu verbessern.

ONCOlleg: Wenn Betroffene zu Botschaftern werden

Das Mitteldeutsche Krebszentrum der Universitätskliniken Leipzig und Jena (CCCG) hat mit ONCOlleg eine strukturierte Fortbildungsreihe gestartet, die Patient*innen und deren Angehörige gezielt in die onkologische Forschung einbezieht. Rund 20 Teilnehmer*innen des Premierenkurses werden in sechs Einheiten – online und in Präsenz – von Expert*innen beider Universitätskliniken ausgebildet. Auf dem Programm stehen unter anderem aktuelle klinische Studien, Grundlagen der personalisierten Krebstherapie sowie die Strukturen der onkologischen Versorgung. Den Abschluss bildet am 26. Juni ein Workshop in Jena, bei dem die Teilnehmer*innen ihr Zertifikat als Patientenbotschafter*innen erhalten.

„Die besten Forschungsergebnisse werden erzielt, wenn das Erfahrungswissen der direkt Betroffenen das Fachwissen aus Medizin und Forschung ergänzt”, betont Prof. Florian Lordick, Leiter des Universitären Krebszentrums Leipzig. Auch Prof. Andreas Hochhaus, Sprecher des UniversitätsTumorCentrums Jena, unterstreicht das Ziel: „Wir wollen nicht nur Behandlungsabläufe verbessern, sondern auch das Verständnis der Patient*innen für wesentliche Elemente der onkologischen Diagnostik und Therapie stärken.”

Erfahrungswissen trifft Wissenschaft – eine Premiere in Mitteldeutschland

Eine der Teilnehmerinnen ist Ines Thiede. Die 51-Jährige hat selbst eine Krebserkrankung überstanden und engagiert sich seit Jahren als Sprecherin der Selbsthilfegruppe Multiples Myelom/Plasmozytom sowie im Patient*innenbeirat des CCCG. „Dank ONCOlleg wird es möglich, die Perspektive und Kompetenz der Betroffenen strukturiert in die Forschungsprozesse einfließen zu lassen”, sagt sie.

Die Initiative zu ONCOlleg stammt ursprünglich vom UCC Hamburg und den universitären Krebszentren in Schleswig-Holstein, wo bereits drei Ausbildungsstaffeln mit insgesamt 45 Teilnehmer*innen erfolgreich durchgeführt wurden. Auf dieser Grundlage entwickelte das CCC-Netzwerk der Deutschen Krebshilfe ein bundesweites Schulungskonzept – das nun erstmals auch in Mitteldeutschland zum Einsatz kommt. Das Programm wird im Rahmen von ONCOnnect durch die Deutsche Krebshilfe gefördert und ist zugleich ein wichtiger Baustein der Nationalen Dekade gegen Krebs des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikum Leipzig vom 20.05.2026

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person mit Kopftuch steht draußen vor hellem Himmel und blickt entspannt zur Seite

Junge Erwachsene mit Krebs – 
Herausforderungen in der Palliativmedizin

Fachartikel

Die Diagnose einer unheilbaren Krebserkrankung bedeutet immer einen entscheidenden Einschnitt im Leben. Über die besonderen Belastungen und Bedürfnisse von jungen Krebspatienten haben wir mit Dr. Pia Heußner, leitende Oberärztin Psycho-Onkologie am Onkologischen Zentrum Oberland des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und Murnau, gesprochen.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Medizinische Darstellung des menschlichen Darms mit digitalen Elementen und Arzt im Hintergrund

Expertise von interdisziplinären Tumorboards nutzen!

Fachartikel

Die Behandlungsstandards des kolorektalen Karzinoms (CRC) sind stark im Fluss, so wurde die S3-Leitlinie bereits nach wenigen Monaten erneut aktualisiert (Version 3.1, März 2026).

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Darmkrebs

Beitrag lesen
Gesunde Ernährung und Bewegung gegen das metabolische Syndrom

Ernährung und Biofaktoren bei 
tumorassoziierter Fatigue und Depression

Fachartikel

Aktuelle Daten lassen davon ausgehen, dass etwa 20 bis 40 % der Tumorpatienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Zeichen einer Mangelernährung aufweisen – abhängig von Tumorentität und Stadium. Im Verlauf fortgeschrittener Erkrankungen steigt dieser Anteil deutlich an.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen