Onkologie » Sonstiges

»

Überwachung der ZNS-Beteiligung bei AML durch ultrasensitive NGS 

Illustration einer DNA-Doppelhelix in blauen und violetten Farbtönen, die die genetische Forschung symbolisiert.

Quelle: © Saibarakova-Ilona – stock.adobe.com

Überwachung der ZNS-Beteiligung bei AML durch ultrasensitive NGS 

Kongress

Onkologie

Sonstiges

mgb medizin Redaktion

Verlag

3 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Im Rahmen einer Poster Abstract Session auf dem diesjährigen ASH-Kongress stellte Henri Hupe, Hannover, Deutschland, eine Studie vor, in der die Forschenden die ultrasensitive Next-Generation-Sequenzierung (NGS) von zellfreier DNA (cfDNA) aus CSF und Plasma für die MRD-Analyse der Beteiligung des ZNS bei AML bewerteten. 

Die Bewertung und Überwachung der Beteiligung des Zentralnervensystems (ZNS) bei AML-Patienten mit Standardverfahren (Zytomorphologie, Durchflusszytometrie) ist begrenzt, da hierfür eine ausreichende Zellzahl im Liquor cerebrospinalis (CSF) erforderlich ist. 

In der Studie wurden aus peripherem Blut (PB) und Knochenmark (BM) CSF, Plasma und mononukleäre Zellen (MCs) von 14 Patienten mit bestätigter ZNS-Beteiligung entnommen, darunter zwölf Patienten mit AML und zwei Patienten mit blastischem plasmazytoidem dendritischem Zellneoplasma (BPDCN), die zwischen 2021 und 2025 behandelt wurden. 

Insgesamt wurden 18 ZNS-Episoden von 14 Patienten analysiert: sieben Fälle von isoliertem ZNS-Rezidiv und elf Fälle von kombinierter ZNS- und systemischer Beteiligung. Zum Zeitpunkt der ZNS-Beteiligung waren die häufigsten Mutationen, die in aus dem Liquor gewonnenen MCs identifiziert wurden, DNMT3A (n = 7), FLT3-ITD (n = 6) und NPM1 (n = 6), mit einer medianen Anzahl von drei Mutationen pro Patient*in (Bereich 1–6). Von den 15 in CSF-MCs identifizierten Mutationen war nur eine FLT3-ITD-Mutation (6,6 %) im PB-Plasma nachweisbar, mit einer deutlich geringeren varianten Allelfrequenz (VAF) (53,6 % in CSF-MCs gegenüber 0,04 % in Plasma-cfDNA). 

Umgekehrt waren bei den fünf Betroffenen ohne ZNS-Beteiligung acht von neun Mutationen (89 %), die zum Zeitpunkt der CSF-Untersuchung in PB-Plasma-cfDNA identifiziert wurden, auch in cfDNA aus CSF nachweisbar 

Alle Mutationen bei Patient*innen mit kombinierter BM- und ZNS-Beteiligung (15 von 15) waren in beiden Kompartimenten nachweisbar, mit ähnlichen medianen VAFs in der cfDNA aus CSF und Plasma (42 % vs. 38 %; p = 0,44). 

Diese Ergebnisse zeigen, dass die cfDNA-basierte, ultrasensitive NGS-Analyse von Liquor die Erkennung von Resterkrankungen des ZNS ermöglicht, wenn keine zytomorphologisch nachweisbaren Zellen vorhanden sind. Plasma-cfDNA spiegelt die Beteiligung des ZNS nicht ausreichend wider, sodass die Liquoranalyse bei Verdacht auf eine Erkrankung des ZNS weiterhin unerlässlich ist.  

Um die Krankheitsdynamik zu überwachen, muss die cfDNA aus Plasma und Liquor separat analysiert werden, um eine echte Beteiligung des ZNS von einer aus dem PB stammenden Mutationsausbreitung zu unterscheiden. Es sind prospektive Studien erforderlich, um den diagnostischen und prognostischen Wert der cfDNA-basierten MRD-Analyse aus CSF zu bewerten. Die hochsensible NGS von CSF-cfDNA ist ein vielversprechendes Instrument für die sensitive Bewertung und longitudinale Überwachung der Beteiligung des ZNS und des Ansprechens auf ZNS-gerichtete Therapien. 

Quelle: Hupe HC et al. Monitoring of CNS involvement in AML using ultrahigh-sensitivity next-generation sequencing of cell-free DNA. ASH-Kongress 2025; Presentation ID 3515 

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Gruppenfoto des Psychoonkologischen Dienstes am Universitaetsklinikum Regensburg mit zehn Mitarbeitenden vor roter Fassade zum Jubilaeum 25 Jahre psychoonkologische Unterstuetzung

25 Jahre psychoonkologische Unterstützung für Patienten und Angehörige

Aktuelles

Seit 25 Jahren unterstützt der Psychoonkologische Dienst des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) Patienten und ihre Angehörigen dabei, mit Ängsten, Sorgen und den Veränderungen durch die Erkrankung umzugehen. Was 2001 ursprünglich nur durch die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung und die Leukämiehilfe Ostbayern finanzierten Stelle begann, ist heute ein fester Bestandteil der onkologischen Versorgung am UKR.

Onkologie

Psychologie

Psychoonkologie

Beitrag lesen
Fluoreszenzaufnahme von Krebszellen in Organoiden mit blau und pink angefaerbten Zellkernen als Symbolbild fuer die Entwicklung neuer Wirkstoffkombinationen gegen Leberkrebs

Neue Wirkstoffkombinationen erleichtern die Therapie von Leberkrebs

Aktuelles

Die Therapie von Leberkrebs erweist sich als schwierig, da sich die Tumoren von Patent*innen stark unterscheiden. Forschende haben jetzt mit Organoide von Tumoren mehr als 1600 Wirkstoffe getestet und entwickeln daraus neue Wirkstoffkombinationen.

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Leberkarzinom

Beitrag lesen
Junge Frau mit Schläfrigkeit am Frühstückstisch – Symptom neurologischer Schlafstörungen wie Hypersomnie

Tumorprotein verantwortlich für Krebskachexie

Aktuelles

Das Protein ADAMTSL4 wird vom Tumor ausgeschüttet und spielt eine zentrale Rolle beim Abbau von Muskel- und Fettgewebe, in dem es die Signalwege aktiviert. Forschende sehen hier einen Angriffspunkt für zukünftige Therapien gegen Krebsachexie.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen