Onkologie » Sonstiges

»

Vorsicht: nicht zugelassene Gen- und Zelltherapien im Umlauf

Darstellung einer dendritischen Zelle im Kontext der Krebsbehandlung.

Vorsicht: nicht zugelassene Gen- und Zelltherapien im Umlauf

News

Onkologie

Sonstiges

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und der Verbund der Leitungen der Arzneimittelbehörden der EU-Mitgliedstaaten (HMA) machen auf Risiken aufmerksam, die von nicht zugelassenen bzw. nicht genehmigten Arzneimitteln für neuartige Therapien (ATMP) ausgehen. Hintergrund ist die wachsende Zahl solcher kommerzieller Behandlungsangebote innerhalb der Europäischen Union. Jüngstes Beispiel sind dendritische Zelltherapien zur Krebsbehandlung.

ATMP (Advanced Therapy Medicinal Products) sind „hochgradig innovative Arzneimittel“, die auf der gezielten genetischen Veränderung bzw. der biotechnologischen Bearbeitung von Zellen basiert. Der potenzielle Nutzen von ATMP ist enorm – vorausgesetzt sie werden unter qualitätssichernden Bedingungen entwickelt und hergestellt. In der Europäischen Union gelten hohe regulatorische Standards. Die Zulassung von ATMP erfolgt zentral durch die Europäische Arzneimittelkommission EMA, unter bestimmten Voraussetzungen können auch nationale Arzneimittelbehörden wie das Paul-Ehrlich-Institut ATMP-Genehmigungen erteilen. Ziel der Regularien ist die Qualitätssicherung der innovativen Therapien und der Schutz der Patienten.

Schwerkranke werden mit Heilversprechen gelockt

Allerdings ist derzeit zu beobachten, dass – vor allem im Internet und in den sozialen Medien – ATMP beworben werden, die keine behördliche Zulassung besitzen. Wirksamkeit und Unbedenklichkeit dieser Produkte sind nicht gewährleistet! Vorgeschriebene Reglements bei der Entwicklung und Herstellung werden von Anbietern nicht zugelassener Produkte umgangen. Es handelt sich hier um eine neue Variante des bekannten Phänomens, dass schwerkranke Menschen durch zweifelhafte Heilversprechen ohne Rücksicht auf Verluste zur Kasse gebeten werden sollen.
Die Europäische Arzneimittelbehörde und das Paul-Ehrlich-Institut beobachten die Entwicklung mit großer Sorge und haben Warnungen ausgesprochen. Es sei zu befürchten, dass die Anwendung nicht zugelassener bzw. nicht genehmigter ATMP mit großen Gesundheitsrisiken verbunden ist. Verbraucher werden aufgefordert, sich unter keinen Umständen mit nicht zugelassenen ATMP behandeln zu lassen. ATMP-Anwendungen sollen grundsätzlich nur unter Aufsicht nachweislich seriöser Fachärzten erfolgen

Quellen: Pressemitteilungen der Europäischen Arzneimittelkommission EMA und des Paul-Ehrlich-Instituts 2025

https://www.ema.europa.eu/en/news/unregulated-advanced-therapy-medicinal-products-pose-serious-risks-health

https://www.pei.de/DE/newsroom/hp-meldungen/2025/250331-vorsicht-kommerzielle-behandlungsangebote-nicht-zugelassene-atmp.html

Bilderquelle: © Sagittaria – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person mit Kopftuch steht draußen vor hellem Himmel und blickt entspannt zur Seite

Junge Erwachsene mit Krebs – 
Herausforderungen in der Palliativmedizin

Fachartikel

Die Diagnose einer unheilbaren Krebserkrankung bedeutet immer einen entscheidenden Einschnitt im Leben. Über die besonderen Belastungen und Bedürfnisse von jungen Krebspatienten haben wir mit Dr. Pia Heußner, leitende Oberärztin Psycho-Onkologie am Onkologischen Zentrum Oberland des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und Murnau, gesprochen.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Medizinische Darstellung des menschlichen Darms mit digitalen Elementen und Arzt im Hintergrund

Expertise von interdisziplinären Tumorboards nutzen!

Fachartikel

Die Behandlungsstandards des kolorektalen Karzinoms (CRC) sind stark im Fluss, so wurde die S3-Leitlinie bereits nach wenigen Monaten erneut aktualisiert (Version 3.1, März 2026).

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Darmkrebs

Beitrag lesen
Gesunde Ernährung und Bewegung gegen das metabolische Syndrom

Ernährung und Biofaktoren bei 
tumorassoziierter Fatigue und Depression

Fachartikel

Aktuelle Daten lassen davon ausgehen, dass etwa 20 bis 40 % der Tumorpatienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Zeichen einer Mangelernährung aufweisen – abhängig von Tumorentität und Stadium. Im Verlauf fortgeschrittener Erkrankungen steigt dieser Anteil deutlich an.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen