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Zusammenhang von körperlicher Aktivität und CIPN

Älterer Mann hält seine Hand – Symbolbild für Taubheit und Kribbeln in den Händen als Symptome der Chemotherapie-induzierten peripheren Neuropathie (CIPN)

Quelle: © Osada – stock.adobe.com

Zusammenhang von körperlicher Aktivität und CIPN

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie (CIPN) betrifft etwa die Hälfte aller Chemotherapiepatient*innen und kann die Lebensqualität und den Therapieverlauf negativ beeinflussen. Körperliche Aktivität kann bei der Symptomkontrolle helfen.

Die CIPN äußert sich in Taubheit, Kribbeln und Schmerzen an Händen und Füßen. Diese Symptome können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Da es keine medikamentöse Therapie für die CIPN gibt, wird kann dadurch auch der Verlauf und die Dosierung der Therapie beeinträchtigt werden. Tanja Engeser, München, untersuchte deshalb in einer Studie, was den Patient*innen hilft, diese Symptome zu lindern. Die Ergebnisse stellte sie auf dem DKK in einer Best-of-Abstracts-Session vor.

Forschungsfragen und Methoden

Kern der Studie war die Frage, welchen Zusammenhang es zwischen dem Grad an körperlicher Aktivität und der Ausprägung der CIPN in einer Behandlung mit Platinpräparaten oder Taxanen gibt. Weiter wurde untersucht, welchen Einfluss Geschlecht, Therapiezyklen und Alter auf diesen Zusammenhang haben und welche Handlungsempfehlungen sich daraus ergeben.

Als Methodik wurde ein Embedded Design der Mixed-Methods gewählt, mit Schwerpunkt auf den quantitativen Forschungsansatz. Es handelt sich um eine Querschnittsstudie mit korrelativem, deskriptiv-komparativem Design. Der qualitative Teil bestand aus einer Inhaltsanalyse der offenen Fragen. Befragt wurden 61 erwachsene onkologische Patient*innen eines Wiener Krankenhauses.

Ergebnisse: körperliche Aktivität hilft Symptome zu lindern

Es zeigt sich ein negativer Zusammenhang (r=-0,315) zwischen körperlicher Aktivität und CIPN-Symptomen: Je hoher die Aktivität, desto geringer die Beschwerden. Die Anzahl der Therapiezyklen verstärkt den Zusammenhang, insbesondere bei geringer und mittlerer Aktivität. Geschlecht und Alter hatten keinen signifikanten Einfluss.

Abgeleitete Empfehlungen umfassen:

  • Bewegungstherapie (Physiotherapie und Kräftigungsübungen)
  • physikalische Maßnahmen (Massage, Hochtontherapie, Wärme)
  • kreative Tätigkeiten (Häkeln, Handarbeit oder Gartenarbeit à Verletzungsgefahr sollte beachtet werden!)
  • Alltagsaktivitäten (Hausarbeit, Einkaufen, Spazierengehen)
  • Bewältigungsstrategien (Optimismus, Glaube, soziales Umfeld, Ablenkung)

DieLiteratur weist auf einen Nutzen von Bewegung und physikalischen Therapien hin, deren Umsetzung jedoch unzureichend ist. Die Ergebnisse bestätigen den protektiven Effekt körperlicher Aktivität, besonders durch Vermeidung von Inaktivität. Alter und Geschlecht spielen eine untergeordnete Rolle, während Therapiezyklen relevanter sind.

Fazit

Bewegung kann CIPN-Symptome reduzieren. Eine Beratung durch Pflegefachpersonen sollte möglichst früh angesetzt werden, und die Relevanz der körperlichen Aktivität sollte betont werden. Denn bereits moderate Aktivität zeigte positive Effekte. Ergänzend sind physikalische Therapie und soziale Unterstützung sinnvoll. Weitere Forschung ist erforderlich, um ein strukturiertes Beratungskonzept zu entwickeln und die Lebensqualität zu verbessern.

Quelle: Engeser, Tanja. „Zusammenhang von körperlicher Aktivität und Chemotherapie-induzierter peripherer Neuropathie bei erwachsenen onkologischen Patient*innen in einer Behandlung mit Platinpräparaten oder Taxanen.“ Vortrag im Rahmen der Sitzung „Best-of-Abstracts-Sitzung I: GI-Tumoren/Sport und Bewegung“ auf dem Deutschen Krebskongress.

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