Ophthalmologie » Neuroophthalmologie und Strabologie

»

Eye-Tracking verbessert Frühdiagnose von Parkinson

Symbolbild neurodegenerative Erkrankung

Eye-Tracking verbessert Frühdiagnose von Parkinson

Praxiswissen

Ophthalmologie

Neuroophthalmologie und Strabologie

3 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Augenbewegungen, Pupillengröße und Augenblinzeln: Einer aktuellen Studie Marburger Forschender zufolge reichen diese drei Parameter aus, um davon die potenzielle Gefahr abzuleiten, an Parkinson oder verwandten neurodegenerativen Krankheiten zu erkranken.

Die drei Parameter können eine wesentliche Rolle spielen, um Parkinson früh zu erkennen und mögliche therapeutische Gegenmaßnahmen einzuleiten. Das haben Forschende der Marburger Universitätsmedizin um Prof. Dr. Wolfgang Oertel und Postdoktorandin Dr. Mahboubeh Habibi aus der Arbeitsgruppe Neurophysik herausgefunden.

Klinische Herausforderung

Neurodegenerative Erkrankungen wie die Parkinson-Krankheit (Parkinson’s Disease, PD) treten immer häufiger auf, doch die frühe Unterscheidung zwischen PD und ähnlichen, wenn auch seltenen Störungen wie der Multi-System-Atrophie (MSA) bleibt eine große klinische Herausforderung. Eine frühe und genaue Diagnose ist entscheidend für die Entwicklung von Behandlungen, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern können.

Nicht-invasive Messungen

Die aktuelle Studie hat nun gezeigt, dass die nicht-invasive Messung von Augenbewegungen eine Schlüsselrolle bei der Erkennung der Parkinson-Krankheit und verwandten Erkrankungen spielen könnte. Die neue Methode misst Augenbewegungen, Pupillengröße und Augenblinzeln, um mögliche Funktionsstörungen im Gehirn zu erkennen.

In der Studie wurde das Augenbewegungsverhalten von Personen mit Parkinson-Krankheit, MSA und isolierter Rapid Eye Movement-Schlafverhaltensstörung (REM Sleep Behavior Disorder, iRBD) sowie von gesunden Kontrollpersonen verglichen. Die Schlafverhaltensstörung ist ein Zustand, der ein hohes Risiko für die Entwicklung der Parkinson-Krankheit oder MSA birgt.

Verblüffende Ergebnisse

„Die Ergebnisse waren verblüffend“, sagt einer der beiden Leitautoren der Studie, Prof. Wolfgang Oertel, Hertie-Seniorprofessor an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Marburg und der Philipps-Universität Marburg. „Sowohl Parkinson-Krankheit als auch MSA-Patienten zeigten gegenüber Kontrollprobanden veränderte Augenbewegungen und abnorme Pupillenreaktionen. Wichtig ist, dass iRBD-Patienten ähnliche Veränderungen der Pupillengröße aufwiesen wie Parkinson-Patienten, was darauf hindeutet, dass diese Veränderungen als Frühwarnzeichen für Menschen mit dem Risiko, an Parkinson zu erkranken, dienen könnten.“

Frühere Interventionen ermöglichen

„Eye Tracking bietet eine leistungsstarke, nicht-invasive Möglichkeit zur Verbesserung der diagnostischen Genauigkeit“, so die Erstautorin der Studie, Dr. Mahboubeh Habibi.  „Dies könnte die Art und Weise verbessern, wie wir Risikopersonen identifizieren und das Fortschreiten der Krankheit überwachen, was frühere Interventionen ermöglicht und die Ergebnisse für die Patienten verbessert.“

Originalpublikation: M. Habibi, et al (2024) Saccade, Pupil, and Blink Abnormalities in Prodromal and Manifest Alpha-Synucleinopathies. Journal of Parkinson’s Disease (DOI: https://doi.org/10.1177/1877718X241308193). Quelle: Meldung der Philipps-Universität Marburg vom 12.02.2025

Bildquelle:© Vitalii Vodolazskyi – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Geuder VIVOS OP Equipment

Anzeige

Geuder VIVOS: Neue Gerätefamilie für Vorder- und Hinterabschnitt

Advertorial

Mit VIVOS bringt Geuder erstmals eine eigene integrierte Plattform für Vorder- und Hinterabschnitt in den OP: VIVOS CORE fokussiert auf Kataraktchirurgie. VIVOS NOVA verbindet Phako, Vitrektomie und Endoillumination für Vorder- und Hinterabschnitt. VIVOS NOVA+ bietet die Vollausstattung inkl. Laser.

Ophthalmologie

Sonstiges

Mehr erfahren
Photozellen Stäbchen Zapfen schematische Darstellung

Zapfenzellen: Charité-Studie entschlüsselt erstmals Photopigmente in Aktion

News

Mit nur drei  Photopigmenten unterscheidet das Auge hunderte Farbtöne. Die sogenannten Farb-Opsine sitzen in den Zapfenzellen der Netzhaut. Forschenden der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Nanchang University ist es erstmals gelungen, die molekulare Struktur aller drei Farb-Opsine im aktiven Zustand darzustellen. 

Ophthalmologie

Hinterer Augenabschnitt

Beitrag lesen
Pfau Porträt

AMD und PXE: Möglicherweise gemeinsame Sequenz von Funktionsveränderung 

News

PD Dr. Kristina Pfau erhält als erste deutsche Ärztin den Career Development Award der Foundation Fighting Blindness – verbunden mit einer Förderung von 375.000 US-Dollar über fünf Jahre. 

Ophthalmologie

Hinterer Augenabschnitt

Beitrag lesen