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Hornhaut aus dem 3D-Drucker – Aufs Auge gedruckt

Schwebendes Augenmodell über der Hand eines Arztes.

Quelle: Adobe Stock / Jenjira

Hornhaut aus dem 3D-Drucker – Aufs Auge gedruckt

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Vorderer Augenabschnitt

mgb medizin Redaktion

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2 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Schäden an der Hornhaut des Auges beeinträchtigen weltweit Millionen von Menschen. In der Schweiz arbeiten Züricher Empa-Forschende an einem transparenten, bioverträglichen Implantat aus dem 3D-Drucker, mit dem Defekte nahtlos und dauerhaft behoben werden können.

Wie eine Fensterscheibe liegt die Kornea, die transparente Hornhaut, als äußerste Gewebeschicht schützend vor unseren Augen. Ist dieses 500 bis 600 Mikrometer dünne Gewebe durch Infektionen, Verletzungen oder Fehlbildungen geschädigt, treten Sichteinschränkungen bis hin zur Blindheit auf. Weltweit sind Millionen von Menschen von Hornhautschäden betroffen, aber nur etwa 100.000 von ihnen pro Jahr kann mit einer operativen Hornhauttransplantation geholfen werden. Der Grund: Der Bedarf an Gewebespenden ist deutlich höher als deren Verfügbarkeit.

Ein Team aus Forschenden der Empa, der Universität Zürich, des Tierspitals Zürich und der Radboud-Universität in den Niederlanden entwickelt daher ein selbstklebendes Implantat, das nicht auf Gewebespenden angewiesen ist und zudem keine Abstoßungsreaktionen hervorruft. „Die Basis für das Implantat ist ein bioverträgliches Hydrogel aus Kollagen und Hyaluronsäure“, sagt Markus Rottmar vom „Biointerfaces“-Labor der Empa in St. Gallen.

Künstliche Hornhaut unterstützt Heilung

Darüber hinaus versehen die Forschenden das transparente Implantat mit Zusatzstoffen, die eine optimale biomechanische Stabilität ermöglichen. Die künstliche Hornhaut soll zudem mittels 3D-Druck hergestellt werden. „Das 3D-Extrusions-Bioprinting erlaubt es, das Implantat maßgeschneidert auf die individuelle Hornhautwölbung der Patientinnen und Patienten zu fertigen“, so Rottmar.

In einem späteren Schritt werden die Forschenden das Hydrogel mit menschlichen Stammzellen aus dem Auge beladen, damit die künstliche Hornhaut die Geweberegeneration unterstützen kann. Und da das selbstklebende Transplantat ohne chirurgische Nähte auskommt, lassen sich auch längere Operationszeiten und postoperative Komplikationen wie Infektionen, Narbenbildung oder Entzündungen vermeiden.

Private Unterstützung, die den Unterschied macht

Dank der großzügigen Zuwendung einer Stiftung konnte das Projekt vollständig finanziert werden. Der Zukunftsfonds der Empa wirbt für solche zukunftsweisenden Forschungsprojekte, die anderweitig noch nicht unterstützt werden, private Drittmittel ein. Möchten auch Sie unserer Forschung zusätzlichen Schub geben? Weitere Informationen einschließlich eines Links zu unserem Spendenformular finden Sie unter www.empa.ch/web/zukunftsfonds.

Text von Dr. Andrea Six, Kommunikation Empa – Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt
Pressemitteilung vom 14. Oktober 2025

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