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Neuer Biotechnologiestandort in ehemaliger Augenklinik

Klinikgebäude der ehemaligen Universitäts-Augenklinik in Würzburg

Neuer Biotechnologiestandort in ehemaliger Augenklinik

Panorama

Ophthalmologie

Sonstiges

3 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Am 8. Mai 2023 wurde in Würzburg ein neues und zugleich altes Laborgebäude eröffnet. Auf dem Campus Röntgenring der Würzburger Universität hat die Fraunhofer-Gesellschaft als Bauherr und neuer Betreiber das Gebäude der ehemaligen Universitäts-Augenklinik umfassend saniert – ein nachhaltiger Meilenstein für den Ausbau der Biotechnologie- und Biomedizinforschung in Würzburg.

Drei Jahre Bauzeit und zwei Jahre Planung vorab – für die anspruchsvolle Aufgabe eigentlich keine lange Zeit. Schließlich musste ein Klinikbau vom Anfang des 20. Jahrhunderts nach rund 40 Jahren Leerstand in ein zukunftsweisendes Laborgebäude verwandelt werden. Möglich wurde die Rettung des denkmalgeschützten Klinikgebäudes mit einem neuen Nutzungskonzept des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC. Für den Ausbau seiner Biotechnologie-Sparte suchte das Würzburger Institut seit dem Jahr 2018 neue Räume. Auf rund 1000 Quadratmetern sollten modernste Biolabore für das Fraunhofer-Translationszentrum für Regenerative Therapien des Fraunhofer ISC und das Fraunhofer-Projektzentrums für Stammzellprozesstechnik, ein gemeinsames Zentrum vom Fraunhofer IBMT und dem Fraunhofer ISC, entstehen. Diese kann in den oberen drei Stockwerken der ehemaligen Universitäts-Augenklinik bereitgestellt werden, der im Jahr 1901 im Stil der Neorenaissance als damals eine der modernsten Augenkliniken realisiert wurde. „Statt den Raumbedarf durch einen Neubau auf der grünen Wiese zu decken, haben wir uns nicht zuletzt aus Gründen der Nachhaltigkeit für die Sanierung eines Bestandsgebäudes entschieden“, erläutert Institutsleiter Prof. Dr. Gerhard Sextl. „Wir freuen uns, dass wir dafür die Unterstützung des Freistaats Bayern, der Universität Würzburg und der Fraunhofer-Gesellschaft gewinnen konnten.“ Eine Sanierung bereits vorhandenen Raumes ist ressourcenschonender und umweltfreundlicher, die Bausubstanz bleibt erhalten und die Lebensdauer wird verlängert – ohne dass Flächen neu versiegelt werden.

Mit neuen Methoden vorangehen

Das Translationszentrum für Regenerative Therapien des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC macht mit neuartigen Materialien und Verfahren u. a. neue Therapieformen verfügbar, die körpereigene Heilungsprozesse in Gang setzen und unterstützen. Know-how aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen wird im Translationszentrum zusammengeführt. „Naturwissenschaftler, Biotechnologen, Materialforscher und Mediziner arbeiten gemeinsam an der Umsetzung in die präklinische und klinische Anwendung. In dieser fächer- und institutions-übergreifenden anwendungsorientierten Arbeit liegt eine besondere Stärke dieses Würzburger Forschungsstandortes“, bekräftigt Roland Weigert, Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium. Damit werde exzellente Forschung schnell auch für die wirtschaftliche Umsetzung verfügbar. Das Translationszentrum kooperiert dabei mit Unternehmen aus Medizintechnik und Pharmaentwicklung wie auch mit anderen Forschungseinrichtungen. Thematische Schwerpunkte sind u. a. biofunktionalisierte partikel- oder faserbasierte Diagnostika und Therapeutika sowie In-vitro-Testsysteme.

Mehr zum Translationszentrum: www.tlz.fraunhofer.de

Quelle: Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Foto: Ines Jenewein/Kai Otto Architekten

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