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Tübingen und Paris kooperieren für Augenforschung der Zukunft

Tübingen und Paris kooperieren für Augenforschung der Zukunft

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Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Das binationale Graduiertenkolleg „Limits2Vision“ untersucht in Zukunft, wie der Energiestoffwechsel in der gesunden Netzhaut funktioniert und sich durch Krankheiten verändert. Das Forschungsinstitut für Augenheilkunde (FIA) der Universität Tübingen und das Institut de la Vision (IDV) der Sorbonne Université in Paris bündeln darin ihre Kräfte und schaffen damit ein herausragendes internationales Forschungs- und Ausbildungsprogramm.

Unter dem Namen „Limits2Vision“ beginnt das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) gefördertes Graduiertenkolleg für die nächste Generation von Sehforschenden. Die DFG unterstützt dieses Doktorandenkolleg ab Januar 2026 zunächst für 60 Monate mit einem Budget von mehr als fünf Millionen Euro.

Im Zentrum dieses internationalen Doktorandenkollegs steht die Netzhaut – das hochkomplexe Nervengewebe im Auge, das visuelle Informationen verarbeitet und an das Gehirn weiterleitet. Mit über 100 Zelltypen und einem der höchsten Energiebedarfe im menschlichen Körper ist sie ein faszinierendes biologisches System – leistungsstark, aber auch anfällig. Ziel von „Limits2Vision“ ist es, die Mechanismen zu entschlüsseln, mit denen die Netzhaut ihr sensibles Gleichgewicht zwischen hohem Energieverbrauch und visueller Verarbeitung aufrechterhält.

„Wir stehen vor dem Paradox, dass die menschliche Netzhaut einerseits über rund 100 Jahre hinweg robust funktionieren kann, andererseits aber bei bestimmten genetischen Veränderungen schnell degeneriert“, erklärt Prof. Dr. Thomas Euler (Universität Tübingen), Sprecher des Kollegs. „Ein besseres Verständnis dieses Gleichgewichts schafft die Grundlagen für neue Therapien von Netzhauterkrankungen, von denen viele bislang nicht behandelbar sind.“

Breite Expertise aus Tübingen und Paris

„Limits2Vision“ wird von der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) gefördert, einer gemeinsamen Initiative Deutschlands und Frankreichs, die den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen beider Länder unterstützt.

Insgesamt sind 17 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Tübingen an dem Programm beteiligt: zwölf vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde (FIA), zwei vom Werner Siemens Imaging Center sowie je eine Person vom Hertie-Institut for AI in Brain Health, vom Physiologischen Institut der Universität Tübingen und von der Pathologie des Universitätsklinikums. Aus Paris bringen sich zudem elf Forschende mit ihren Arbeitsgruppen ein, die alle am renommierten Institut de la Vision (IDV) angesiedelt sind.

Mit einem stark interdisziplinären Ansatz – von Neurobiologie, Physiologie und Pathologie über Genetik und Stoffwechsel bis hin zu Computational Neuroscience und Künstlicher Intelligenz – bietet das Kolleg eine exzellente Ausbildung in einem strukturierten, binationalen Rahmen.

Internationale Vernetzung für die Zukunft der Augenforschung

Neben gemeinsamen Forschungsprojekten ermöglicht das Programm auch den Austausch von Doktorandinnen, Doktoranden und Forschenden sowie die Organisation gemeinsamer Veranstaltungen.

Dr. Alexandra Rebsam (Sorbonne Université, Paris), Sprecherin des Kollegs auf der französischen Seite, betont: „Das ‚Limits2Vision‘-Programm stellt nicht nur strukturell, sondern auch symbolisch eine wichtige Brücke zwischen Deutschland und Frankreich dar. Die Förderung durch die DFH stärkt unsere gemeinsame Vision für die Zukunft der europäischen Forschung zusätzlich.“

Pressemitteilung der Uni Tübingen, 14. Juli 2025.

Bildquelle:© Suriyo – stock.adobe.com

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