Allgemeinmedizin » Psyche und Nerven

»

Unterschätzter Effekt: Alkohol löst hormonvermittelt Hunger auf Junkfood aus

© EverGrump - stock.adobe.com

Quelle: © EverGrump - stock.adobe.com

Unterschätzter Effekt: Alkohol löst hormonvermittelt Hunger auf Junkfood aus

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Psyche und Nerven

mgb medizin Redaktion

Verlag

1 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Der ein oder andere wird es möglicherweise schon selbst erlebt haben: Der Heißhunger auf Herzhaftes, Salziges und Würziges nach Alkoholkonsum. Doch was steckt dahinter? Warum löst Alkohol auf salzige, eiweißarme Lebensmittel so ein Verlangen aus? Die Antwort darauf fanden australische Forscher mithilfe eines von ihnen entwickelten mechanistisch-ökologischen Modells. Demnach wird der Griff zu herzhaften, ultraverarbeiteten Snacks nach Alkoholgenuss durch das Protein-Heißhunger-Hormon FGF21 gesteuert. Die alkoholinduzierte Freisetzung des Hormons reguliert den biologischen Protein-Hunger, indem es das Verlangen nach Umami (japanisch für: köstlich-würzig, wohlschmeckend) und salzigen Geschmacksrichtungen, die der Körper mit proteinreichen Lebensmitteln assoziiert, erhöht. Da moderne, stark verarbeitete Snacks diese Geschmacksprofile imitieren, jedoch kaum Protein enthalten, wirken sie als „Protein-Köder“. Das Ergebnis ist eine kompensatorische Hyperphagie mit erhöhter Aufnahme von Fett, Kohlenhydraten und Gesamtenergie. Die Analyse nationaler Ernährungsdaten zeigt: An Tagen mit Alkoholkonsum steigt der Verzehr herzhafter Lebensmittel pro Standarddrink signifikant an, während die Aufnahme süßer Speisen abnimmt – ebenfalls ein bekannter Effekt von FGF21.

Quelle: Grech A et al. Obesity Reviews 2026;0: e70138, https://doi.org/10.1111/obr.70138.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt mit Patientin

Fünf Prinzipien für eine zukunftsfähige Primärversorgung

Berufspolitik

Die DEGAM fordert eine Primärversorgung, die Hausarztpraxen als erste Anlaufstelle stärkt, Patientinnen und Patienten verlässlich begleitet und Versorgung im Team organisiert. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, eine bedarfsgerechte Vergütung und eine tragfähige digitale Infrastruktur.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Symbolbild Prävention

Prävention braucht Evidenz – und bessere Lebensbedingungen

Berufspolitik

Nicht mehr Screenings, sondern wirksame Prävention: Die DEGAM fordert, Maßnahmen konsequent an Evidenz und individuellem Risiko auszurichten – und zugleich die Lebensverhältnisse politisch gesundheitsförderlich zu gestalten.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Ärztin am Laptop

Digitale Ersteinschätzung: Wann sinnvoll?

Berufspolitik

Digitale Ersteinschätzung kann Akutversorgung strukturieren – sie ersetzt aber keine hausärztliche Beurteilung. Die DEGAM fordert klare Versorgungspfade, menschliche Steuerung und systematische Evaluation.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen