Die Fehlfaltung des Amyloid-β-Proteins ist der stärkste blutbasierte Prädiktor für die Alzheimer-Krankheit im symptomfreien Stadium. Sie zeigt das Risiko bereits Jahre vor der klinischen Diagnose und damit deutlich früher an als der Plasmabiomarker P-tau 217, der die Erkrankung erst im klinischen Stadium zuverlässig erkennt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie eines Bochumer Forscherteams. Sie analysierten dazu Blutproben aus 17 Jahren von 779 älteren Probanden einer DKFZ-Langzeitstudie und verglichen, wie gut gängige blutbasierte Biomarker eine spätere Alzheimer-Demenz bei Menschen ohne klinische Symptome vorhersagen können. Demnach zeigte P-tau 217 zwar eine sehr gute diagnostische Leistung bei der Alzheimer-Krankheit im klinischen Stadium. Im präklinischen, symptomfreien Stadium war die Vorhersagekraft jedoch nur moderat (AUC=0,67). Im Gegensatz dazu war der Biomarker für die Amyloid-β-Proteinfehlfaltung bereits bei kognitiv unauffälligen Personen prädiktiv (AUC=0,79). In Kombination mit demografischen, genetischen und weiteren Blutbiomarkern ermöglichte das daraus entwickelte, auf Proteinfehlfaltung basierende Biomarker-Panel eine hochpräzise Vorhersage einer späteren Alzheimer-Diagnose (AUC=0,87) lange bevor klinische Symptome auftraten.
Originalveröffentlichung: Trares K et al. EMBO Mol Med 2026;18(8):3374-3388. DOI: 10.1038/s44321-026-00483-9
Quelle: Presseinformation Ruhr-Universität Bochum





