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Artifizielle Störungen – Herausforderung für Diagnostik und Therapie

Auf dem Foto verbindet eine Ärztin den Arm einer Patientin.

Quelle: © Racle Fotodesign – stock.adobe.com

Artifizielle Störungen – Herausforderung für Diagnostik und Therapie

Fachbeitrag

Allgemeinmedizin

Psyche und Nerven

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: internistische Praxis

Artifizielle Störungen sind eine schwierige und herausfordernde Facette der Medizin: Betroffene täuschen körperliche oder psychische Symptome vor oder fügen sich diese sogar selbst zu – oft im Verborgenen. Hinter diesen ungewöhnlichen Symptomen verbirgt sich jedoch mehr als Manipulation. Wie können Ärztinnen und Ärzte diese Störung erkennen und behandeln, ohne das fragile Vertrauensverhältnis zu gefährden?

Zusammenfassung

Artifizielle Störungen beschreiben das Vortäuschen oder Herbeiführen von körperlichen oder psychischen Symptomen im Verborgenen. Im Mittelpunkt kann das Bedürfnis nach der Übernahme der Krankenrolle und der damit verbundenen Zuwendung stehen. Komorbiditäten mit anderen psychischen Erkrankungen, wie z. B. Borderline-Persönlichkeitsstörungen oder Suchterkrankungen, können ebenfalls auftreten. Zudem sind Angaben zur Krankengeschichte oft widersprüchlich und die emotionale Haltung gegenüber dem Krankheitsverlauf auffällig gleichgültig. Es gibt zahlreiche Arten des selbstschädigenden Verhaltens, wie das Erfinden von Symptomen, die Manipulation medizinischer Geräte, die Verfälschung von Körpersekreten oder das Zufügen von Wunden. Die Ursachen artifizieller Störungen werden meist in frühkindlichen, oft traumatischen Erlebnissen wie schwerer Misshandlung oder emotionaler Vernachlässigung vermutet. Die Diagnosestellung gestaltet sich häufig schwierig, da artifizielle Störungen selten beim ersten ärztlichen Kontakt diagnostiziert werden. Bei unklaren oder ungewöhnlich geformten Wunden sollte jedoch auch diese Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Der Aufbau einer stabilen und vertrauensvollen Beziehung steht bei dem Verdacht einer artifiziellen Störung im Vordergrund. Ein interdisziplinäres Vorgehen kann dabei hilfreich sein. Ziel ist es, die Betroffenen schrittweise zu einer stationären psychotherapeutischen Behandlung zu motivieren. Langfristig ist eine umfassende Psychotherapie erforderlich, um die Symptomatik zu stabilisieren. Artifizielle Störungen verlaufen in der Regel chronisch. Nur wenige Betroffene lassen sich auf eine Therapie ein, und selbst bei Behandlungsbeginn kommt es häufig zu Rückfällen.

Autorinnen: C. Mundschau, D. Busch, C. Erfurt-Berge
Lesen Sie den kostenpflichtigen Originalbeitrag zu diesem Thema in internistische praxis 2025; 69 (1): 89-99.

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