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Neuer Ansatz: Bakterien einfach aushungern

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Neuer Ansatz: Bakterien einfach aushungern

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Bakterien entwickeln seit Jahrzehnten Resistenzen gegen nahezu jedes Antibiotikum. Um ihnen einen Schritt voraus zu sein, müssen neue Wirkstoffe an Angriffspunkten ansetzen, die von bisherigen Antibiotika noch nicht genutzt werden.Deutsche HIPS*-Forscher haben nun eine Reihe synthetischer Wirkstoffkandidaten entwickelt, die ein lebenswichtiges Vitamin-Versorgungsystem für Bakterien blockieren. Vitamine sind auch für Bakterien essenziell, um zu überleben und Infektionen auszulösen. Viele sind dabei jedoch auf sog. Energy-Coupling-Factor-Transporter (ECF-Transporter) angewiesen, spezielle Transmembranproteine, die an der Aufnahme von Vitaminen bei einer Vielzahl von Bakterien beteiligt sind (vorwiegend bei gram-positiven Arten z.B. Enterococcus faecalis, E. faecium und Streptococcus pneumoniae). Werden diese Transporter blockiert, fehlt den Bakterien die Versorgung mit essenziellen Nährstoffen – und sie hungern aus. Die Tatsache, dass ECF-Transporter in menschlichen Zellen nicht vorkommen, macht sie als gezielten Angriffspunkt für neue antimikrobielle Medikamente hochinteressant: Ein Wirkstoff, der diese Transporter hemmt, könnte daher gezielt Bakterien angreifen, während menschliche Zellen weitgehend verschont bleiben. Das Risiko von Nebenwirkungen ließe sich so deutlich verringern.

*HIPS= Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland

Originalpublikation: Exapicheidou I et al. J Med Chem 2026; 69 (12): 14069–14084.

https://doi.org/10.1021/acs.jmedchem.5c02721

Quelle: Pressemitteilung Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH (HZI)

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