Blutwerte gewinnen als Biomarker immer mehr an Bedeutung. Auch zur Risikoabschätzung von Erkrankungen können sie eine essenzielle Basis bieten, wie zwei aktuelle Beispiele zeigen.
Bei einem schweren Herzinfarkt werden vor allem neutrophile Granulozyten in großer Zahl aus dem Knochenmark ins Blut ausgeschüttet, und dann nicht nur reife Zellen, sondern auch unreifere Vorstufen. Deutsche Forscher haben in einer aktuellen Studie die Ausprägung dieser „Notfall-Mobilisierung“ von Neutrophilen bei verschiedenen akuten Erkrankungen, unter anderem Herzinfarkt, untersucht. Ergebnis: das Ausmaß dieser Mobilisierung ist eng mit der Schwere der Erkrankung verbunden. Sind die unreifsten Vorstufen nachweisbar, ist das kurzfristige Sterberisiko deutlich erhöht.1
Blutwerte können auch auf ein Asthmarisiko hinweisen, wie dänische Forscher herausfanden. Hier haben sich Blutwerte wie Eosinophile und Immunglobulin E (IgE) als wichtige Biomarker für Entzündungen der Atemwege erwiesen. Aber bereits im Blut von Kindern gibt es Hinweise auf eine mögliche Asthma-Erkrankung, wie eine Analyse der Daten von 411 Kindern ergab: erhöhte Spiegel von Eosinophilen, IgE und Neutrophilen waren über die Kindheit hinweg mit einem erhöhten Risiko für eine spätere Asthmaerkrankung verknüpft.2
Quellen:
1 Richter M et al. Nat Cardiovasc Res 2026; 5: 693–704. https://doi.org/10.1038/s44161-026-00836-0
2 Mølbaek-Engbjerg T et al. Thorax 2026. DOI: 10.1136/thorax-2026-224832





