Allgemeinmedizin » Nieren und Harnwege

»

Chronische Nierenkrankheit: Gezieltes Screening verbessert die Prognose

© Ubay.d25 - stock.adobe.com

Quelle: © Ubay.d25 - stock.adobe.com

Chronische Nierenkrankheit: Gezieltes Screening verbessert die Prognose

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Nieren und Harnwege

mgb medizin Redaktion

Verlag

1 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Moderne medikamentöse Therapien können heute das Fortschreiten einer chronischen Nierenkrankheit (CKD) deutlich verzögern, in vielen Fällen sogar stoppen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine frühzeitige Diagnose. Dazu reichen zwei einfache Untersuchungen: ein Bluttest zur Bestimmung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) sowie ein Urintest auf Albumin (Urin-Albumin-Kreatinin-Quotient, UACR). Albumin ist der früheste messbare Marker einer Nierenschädigung – oft lange vor einer abnehmenden eGFR.

Doch obwohl große Studien den Nutzen moderner Therapien unabhängig vom Krankheitsstadium belegen, werden Nierenkrankheiten in Deutschland noch immer zu selten frühzeitig erkannt.1 Das gilt insbesondere bei Frauen, wie das Follow-up der InspeCKD-Studie zeigt.2 Selbst bei Risikopatienten mit Diabetes, Bluthochdruck, Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder genetischer Prädisposition erfolgt in Hausarztpraxen eine Albuminbestimmung im Urin viel zu selten (in nur 0,4% der Fälle). Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. wie auch Diabetesexperten empfehlen daher ein leitliniengerechtes Nierenscreening – insbesondere bei Risikogruppen. Entscheidend für eine wirksame Früherkennung sei die Kombination aus Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin in Kombination mit der eGFR im Blut.1,2

Quellen:

1 Pressemeldung Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN)

2 Posterwalk 16 „Präsentation und Management“, 16.04. Diabetes Kongress 2026

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt mit Patientin

Fünf Prinzipien für eine zukunftsfähige Primärversorgung

Berufspolitik

Die DEGAM fordert eine Primärversorgung, die Hausarztpraxen als erste Anlaufstelle stärkt, Patientinnen und Patienten verlässlich begleitet und Versorgung im Team organisiert. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, eine bedarfsgerechte Vergütung und eine tragfähige digitale Infrastruktur.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Symbolbild Prävention

Prävention braucht Evidenz – und bessere Lebensbedingungen

Berufspolitik

Nicht mehr Screenings, sondern wirksame Prävention: Die DEGAM fordert, Maßnahmen konsequent an Evidenz und individuellem Risiko auszurichten – und zugleich die Lebensverhältnisse politisch gesundheitsförderlich zu gestalten.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Ärztin am Laptop

Digitale Ersteinschätzung: Wann sinnvoll?

Berufspolitik

Digitale Ersteinschätzung kann Akutversorgung strukturieren – sie ersetzt aber keine hausärztliche Beurteilung. Die DEGAM fordert klare Versorgungspfade, menschliche Steuerung und systematische Evaluation.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen