Zur Behandlung und Vorbeugung von Schlaganfällen und Herzinfarkten sind Thrombozytenaggregationshemmer und Gerinnungshemmer Mittel der Wahl. Der direkte Eingriff in die Blutstillung geht allerdings mit einem erhöhten Blutungsrisiko einher. Deutsche Forscher haben jetzt einen möglicherweise neuen Therapieansatz zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen identifiziert. Im Fokus: die beiden körpereigenen Stoffe Sphingosin-1-phosphat (S1P) und Thrombomodulin (TM). Im Zell- und Mausmodell konnten sie nachweisen, dass S1P direkt im Gefäß einen Mechanismus aktiviert, der die Bildung von Blutgerinnseln verhindert: der Botenstoff aktiviert in der Gefäßinnenwand ein Signal, das zu einer erhöhten Produktion von TM führt, das wiederum die Bildung von Blutgerinnseln verhindert. Ohne S1P nimmt die Produktion von TM wieder ab und das Risiko für Blutgerinnsel und Gefäßverschlüsse steigt erneut massiv an. S1P fungiert im Gefäß demnach wie ein Schalter, der das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte verringern kann, und zwar ohne erhöhte Blutungsneigung. In einer Studie mit 74 Patienten mit Herz-Kreislauferkrankung zeigte sich, dass ein höherer S1P-Spiegel im Blut zu einer niedrigeren Gerinnungsaktivität führt – und darüber möglichweise zu einem verringerten Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko.
Publikation: Benkhoff M et al. Advances 2026. DOI: 10.1126/sciadv.aea9826
Quelle: Pressemeldung Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf HHU





