Allgemeinmedizin » Atemwege

»

Allergisches Asthma: Neuer Wirkmechanismus bremst Entzündungsreaktion

© Javier Zayaz - stock.adobe

Quelle: © Javier Zayaz - stock.adobe.com

Allergisches Asthma: Neuer Wirkmechanismus bremst Entzündungsreaktion

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Atemwege

mgb medizin Redaktion

Verlag

1 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Bei allergischem Asthma gerät das angeborene Immunsystem aus dem Gleichgewicht und reagiert mit übermäßigen Entzündungsprozessen auf eigentlich harmlose Umweltreize wie z.B. Hausstaubmilben. Eine zentrale Rolle bei dieser Fehlregulation spielt das NLRP3-Inflammasom, ein Proteinkomplex, der wie ein Entzündungsschalter auf Gefahrensignale reagiert und Immunreaktionen auslöst. Bei einer Überaktivierung trägt dieser Mechanismus zur Entstehung chronischer Entzündungsprozesse bei.

Ein internationales Forscherteam fand jetzt heraus, dass das synthetische Peptid Pep19-2.5 durch gezielte Hemmung des Inflammasoms die überschießenden Entzündungsreaktionen bei allergischem Asthma abschwächen konnte. Das membranaktive Peptid kann sich gezielt an Membranen von menschlichen Immunzellen heften – genau dort, wo ein entscheidender Schritt der Inflammasom-Aktivierung stattfindet. Zunächst in vitro an Zelllinien und primären menschlichen Immunzellen, dann an lebenden Zellen mit einer Modellsubstanz als Entzündungsauslöser konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Pep19-2.5 auf die Fettstrukturen in der Zellmembran wirkt, wodurch die Inflammasom-Aktivierung abgebremst wird. Am Mausmodell simulierten Hausstaubmilben-Asthma konnte das nasal verabreichte Peptid die Aktivierung des NLRP3-Inflammasoms hemmen. 

Originalpublikation: Engelhardt J et al. Advanced Science 2026: e76587. https://doi.org/10.1002/advs.76587


Quelle: Pressemitteilung Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt mit Patientin

Fünf Prinzipien für eine zukunftsfähige Primärversorgung

Berufspolitik

Die DEGAM fordert eine Primärversorgung, die Hausarztpraxen als erste Anlaufstelle stärkt, Patientinnen und Patienten verlässlich begleitet und Versorgung im Team organisiert. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, eine bedarfsgerechte Vergütung und eine tragfähige digitale Infrastruktur.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Symbolbild Prävention

Prävention braucht Evidenz – und bessere Lebensbedingungen

Berufspolitik

Nicht mehr Screenings, sondern wirksame Prävention: Die DEGAM fordert, Maßnahmen konsequent an Evidenz und individuellem Risiko auszurichten – und zugleich die Lebensverhältnisse politisch gesundheitsförderlich zu gestalten.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Ärztin am Laptop

Digitale Ersteinschätzung: Wann sinnvoll?

Berufspolitik

Digitale Ersteinschätzung kann Akutversorgung strukturieren – sie ersetzt aber keine hausärztliche Beurteilung. Die DEGAM fordert klare Versorgungspfade, menschliche Steuerung und systematische Evaluation.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen