Lungenfibrosen zählen zu den schwerwiegendsten Komplikationen entzündlich-rheumatischer Erkrankungen, wie z.B. systemische Sklerose oder rheumatoide Arthritis, die die Lebenserwartung deutlich verkürzen. Im Zentrum der Fibrosierung stehenseneszente Fibroblasten, die körpereigene natürliche Killerzellen (NK)-Zellen blockieren und damit ihren eigenen Abbau verhindern. Seneszente Fibroblasten sind Bindegewebszellen, die sich nicht mehr teilen, aber noch immer stoffwechselaktiv sind und fibrotische Prozesse fördern. Bisher konnte die Fibrosierung therapeutisch nur verlangsamt, nicht aber gestoppt werden.
Ein internationales Team von Forschern unter deutscher Leitung konnte jetzt in einem präklinischen Modell die Blockade der NK-Zellen wieder auflösen, was zur Rückbildung einer Lungenfibrose geführt hat. Sie konnten zeigen, dass seneszente Fibroblasten eine Art „Immunbremse“ aktivieren: Über das Molekül HLA-E blockieren sie NK-Zellen, die normalerweise geschädigte Zellen erkennen und eliminieren. Durch den therapeutischen Antikörper Monalizumab ließ sich diese Blockade in präklinischen Modellen aufheben. Die Immunzellen wurden wieder aktiv und konnten seneszente Fibrosezellen gezielt zerstören.
Literatur: Merkt W et al. Sci Transl Med 2026;.18: eadq5442.DOI:10.1126/scitranslmed.adq5442
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh)





