Allgemeinmedizin » Herz und Kreislauf

»

Multiples Myelom: Herz-Kreislauf-Medikamente beeinflussen Krebstherapie nicht

© MQ-Illustrations - stock.adobe.com

Quelle: © MQ-Illustrations - stock.adobe.com

Multiples Myelom: Herz-Kreislauf-Medikamente beeinflussen Krebstherapie nicht

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Herz und Kreislauf

mgb medizin Redaktion

Verlag

1 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Mit der Einführung moderner Medikamente in den letzten Jahren haben sich die Überlebenschancen von Patienten mit Multiplem Myelom (MM) deutlich verbessert. Komorbiditäten sind jedoch nach wie vor eine Herausforderung. Insbesondere die häufigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten als kritisch: Die überwiegend älteren MM-Patienten haben ein 1,84-mal höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Sterblichkeit. Bereits verordnete Herz-Kreislauf-Medikamente könnten zudem die Wirksamkeit der MM-Krebstherapie vermindern. Dazu haben jetzt Forscher der Universität Schardscha (VAE) Daten aus 3 Phase-III-Studien (CASTOR, MAIA und POLLUX) mit insgesamt 1.804 Patienten ausgewertet. Sie konzentrierten sich dabei auf Patienten, die bereits vor der Krebstherapie ACE-Hemmer/Sartane (31%), Betablocker (23%), Statine (21%), Kalziumkanalblocker (17%) und Diuretika (16%) erhielten.

Ergebnis: die Herz-Kreislauf-Medikamente haben den Erfolg der Krebstherapie nicht gefährdet. Der Einsatz von ACE-Hemmern/Sartanen war im Gegenteil mit einem verlängerten rezidiv-freien Überleben assoziiert, allerdings verbunden mit einem Anstieg von Nebenwirkungen (Grad ≥ 3). Diuretika waren ebenfalls mit Nebenwirkungen (Grad 3) assoziiert. Die anderen Medikamente zeigten keine signifikanten Zusammenhänge mit den MM-Behandlungsergebnissen.

Quelle: Abuhelwa AY et al. Sci Rep 2026, 16: 7683. https://doi.org/10.1038/s41598-026-37464-4

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt mit Patientin

Fünf Prinzipien für eine zukunftsfähige Primärversorgung

Berufspolitik

Die DEGAM fordert eine Primärversorgung, die Hausarztpraxen als erste Anlaufstelle stärkt, Patientinnen und Patienten verlässlich begleitet und Versorgung im Team organisiert. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, eine bedarfsgerechte Vergütung und eine tragfähige digitale Infrastruktur.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Symbolbild Prävention

Prävention braucht Evidenz – und bessere Lebensbedingungen

Berufspolitik

Nicht mehr Screenings, sondern wirksame Prävention: Die DEGAM fordert, Maßnahmen konsequent an Evidenz und individuellem Risiko auszurichten – und zugleich die Lebensverhältnisse politisch gesundheitsförderlich zu gestalten.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Ärztin am Laptop

Digitale Ersteinschätzung: Wann sinnvoll?

Berufspolitik

Digitale Ersteinschätzung kann Akutversorgung strukturieren – sie ersetzt aber keine hausärztliche Beurteilung. Die DEGAM fordert klare Versorgungspfade, menschliche Steuerung und systematische Evaluation.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen