Allgemeinmedizin » Herz und Kreislauf

»

Herzinsuffizienz: MRT-ermittelte Diagnosen verzeichnen hohe Prävalenz

© tingyu - stock.adobe.com

Quelle: © tingyu - stock.adobe.com

Herzinsuffizienz: MRT-ermittelte Diagnosen verzeichnen hohe Prävalenz

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Herz und Kreislauf

mgb medizin Redaktion

Verlag

1 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Herzinsuffizienz (HF) ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung mit hoher Morbidität und Mortalität. Die Symptome sind oft unspezifisch, Patienten weisen zudem häufig mehrere Begleiterkrankungen auf, was die Diagnose erschwert. Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) ist valider diagnostischer Parameter zur Detektion von HF und ihren Subtypen HF mit reduzierter LVEF (HFrEF, LVEF ≤ 40%), mit leicht reduzierter LVEF (HFmrEF, LVEF > 40%, aber < 50%) bzw. HF mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF, LVEF ≥ 50% mit linksventrikulärem Massenindex (LVMI) ≥ 65,4 g/m² (Frauen) bzw. ≥ 84 g/m² (Männer).

Zur Einschätzung der Prävalenz von HF und ihren Subtypen haben Freiburger Forscher Daten von 28.394 Teilnehmern aus der NAKO-Studie analysiert, bei denen ein MRT erstellt wurde. Die MRT-ermittelten HF-Diagnosen verglichen sie mit selbstberichteten HF-Diagnosen. Ergebnis: Die Gesamtprävalenz der mittels MRT diagnostizierten HF betrug 4,1% (3,0% bei Frauen, 5,3% bei Männern). Bei Frauen machten HFpEF mit 81,1% und HFmrEF mit 16,1% aller HF-Fälle aus. Bei Männern waren es 49,5% HFpEF und 46,5%HFmrEF aller HF-Fälle. Sowohl bei HF als auch bei den Subtypen war die Prävalenz stark altersabhängig.

Zum Vergleich: Die Gesamtprävalenz der selbstberichteten HF-Diagnose betrug 1,8% (1,8 % bei Frauen, 1,7 % bei Männern).

Quelle: Rospleszcz S et al. Clin Res Cardiol 2026. DOI 10.1007/s00392-026-02870-1

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt mit Patientin

Fünf Prinzipien für eine zukunftsfähige Primärversorgung

Berufspolitik

Die DEGAM fordert eine Primärversorgung, die Hausarztpraxen als erste Anlaufstelle stärkt, Patientinnen und Patienten verlässlich begleitet und Versorgung im Team organisiert. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, eine bedarfsgerechte Vergütung und eine tragfähige digitale Infrastruktur.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Symbolbild Prävention

Prävention braucht Evidenz – und bessere Lebensbedingungen

Berufspolitik

Nicht mehr Screenings, sondern wirksame Prävention: Die DEGAM fordert, Maßnahmen konsequent an Evidenz und individuellem Risiko auszurichten – und zugleich die Lebensverhältnisse politisch gesundheitsförderlich zu gestalten.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Ärztin am Laptop

Digitale Ersteinschätzung: Wann sinnvoll?

Berufspolitik

Digitale Ersteinschätzung kann Akutversorgung strukturieren – sie ersetzt aber keine hausärztliche Beurteilung. Die DEGAM fordert klare Versorgungspfade, menschliche Steuerung und systematische Evaluation.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen