Allgemeinmedizin » Diabetes

»

Krank durch Adipositas: Neues Modell sagt Risiko besser voraus als BMI

© Anatta_Tan - stock.adobe.com

Quelle: © Anatta_Tan - stock.adobe.com

Krank durch Adipositas: Neues Modell sagt Risiko besser voraus als BMI

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Diabetes

mgb medizin Redaktion

Verlag

1 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Adipositas ist häufig mit Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen assoziiert. Ob und in welcher Schwere, kann individuell sehr unterschiedlich sein. Doch für passgenaue Therapieentscheidungen muss das Krankheitsrisiko genau bestimmt werden. Der BMI alleine bildet das Risiko von Adipositas-bedingten Komplikationen nur unvollständig ab. Viele Menschen mit hohem Krankheitsrisiko könnten daher übersehen werden. Forscher des BIH* und der Londoner Universität haben jetzt genau dafür ein Vorhersagemodell entwickelt. Das Modell OBSCORE basiert auf nur 20 allgemeinen Gesundheitsfragen und einfachen Bluttests. Sie verwendeten dazu Daten von rund 200.000 Menschen mit Adipositas oder Übergewicht aus der UK Biobank. Mithilfe von KI werteten die Forscher mehr als 2.000 allgemeine, lebensstilbezogene, klinische, Blutuntersuchungs-, Körpermessungs-, molekulare sowie sonstige Gesundheitsindikatoren aus. Das daraus entwickelte und in unabhängigen Studien validierte Modell OBSCORE sagt das Risiko für die Entwicklung von 18 mit Adipositas verbundenen Erkrankungen voraus. Darüber konnten die Wissenschaftler eine kleine Gruppe von Faktoren identifizieren, die in ihrer Gesamtheit dazu beitragen können, Personen mit dem höchsten Risiko früher zu erkennen.

Literatur: Demircan K et al. Nature Medicine. https://doi.org/10.1038/s41591-026-04353-2

Quelle: Pressemitteilung *Berlin Institute of Health @Charité (BIH)

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt mit Patientin

Fünf Prinzipien für eine zukunftsfähige Primärversorgung

Berufspolitik

Die DEGAM fordert eine Primärversorgung, die Hausarztpraxen als erste Anlaufstelle stärkt, Patientinnen und Patienten verlässlich begleitet und Versorgung im Team organisiert. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, eine bedarfsgerechte Vergütung und eine tragfähige digitale Infrastruktur.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Symbolbild Prävention

Prävention braucht Evidenz – und bessere Lebensbedingungen

Berufspolitik

Nicht mehr Screenings, sondern wirksame Prävention: Die DEGAM fordert, Maßnahmen konsequent an Evidenz und individuellem Risiko auszurichten – und zugleich die Lebensverhältnisse politisch gesundheitsförderlich zu gestalten.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Ärztin am Laptop

Digitale Ersteinschätzung: Wann sinnvoll?

Berufspolitik

Digitale Ersteinschätzung kann Akutversorgung strukturieren – sie ersetzt aber keine hausärztliche Beurteilung. Die DEGAM fordert klare Versorgungspfade, menschliche Steuerung und systematische Evaluation.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen