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Postoperativ erhöhte Leberwerte

Auf dem Bild ist ein digitales Leberhologramm zu sehen, darum herum sind verschiedene Werte und Diagramme zu sehen, im Hintergrund wird eine Pipette befüllt.

Quelle: © jittawit21 – stock.adobe.com

Postoperativ erhöhte Leberwerte

Fachbeitrag

Allgemeinmedizin

Sonstiges

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: internistische Praxis

Postoperativ erhöhte Leberwerte sind häufig und vielfältig. Differenzialdiagnostisch können sie unter anderem in prähepatische, intrahepatische und posthepatische Ursachen eingeteilt werden. Eine strukturierte Abklärung – inkl. Abdomensonografie und Medikamentenanamnese – ist essenziell.

Zusammenfassung

Eine postoperative Erhöhung der Leberwerte ist ein häufiger Konsultationsgrund in der Inneren Medizin. Die Ursachen sind vielfältig. Zu den prähepatischen Ursachen einer Hyperbilirubinämie zählen beispielsweise die Resorption von Hämatomen, Bluttransfusionen sowie eine Hämolyse. Relevante intrahepatische Ursachen postoperativer Leberwerterhöhungen sind die hypoxische Hepatitis, medikamenteninduzierte Leberschädigungen (drug-induced liver injury [DILI]) sowie Virushepatitiden. Die hypoxische Hepatitis ist durch ausgeprägte Transaminasenerhöhungen in Kombination mit einem deutlichen Anstieg der Laktatdehydrogenase (LDH) gekennzeichnet und zeigt typischerweise eine rasche Rückbildung innerhalb weniger Tage. Medikamenteninduzierte Leberschädigungen erfordern eine sorgfältige Medikamentenanamnese einschließlich der Bewertung des hepatotoxischen Potenzials; das Muster der Leberwertveränderungen kann dabei richtungsweisend für das auslösende Arzneimittel sein. Chirurgische Eingriffe können bei Patientinnen und Patienten mit vorbestehenden chronischen Lebererkrankungen eine hepatische Dekompensation oder ein acute-on-chronic liver failure (ACLF) triggern. Das postoperative Risiko lässt sich bereits präoperativ mithilfe des VOCAL-Penn-Scores abschätzen. Zudem sollte bei postoperativen Leberwerterhöhungen stets auch an bislang nicht diagnostizierte vorbestehende Lebererkrankungen gedacht und eine entsprechende Abklärung durchgeführt werden. Zu den posthepatischen Differenzialdiagnosen einer postoperativen Leberwerterhöhung zählen Gallengangsverletzungen (im Falle eines chirurgischen Eingriffs in eben diesem Bereich), die Choledocholithiasis, die sepsisassoziierte Cholestase, die akalkulöse Cholezystitis sowie die sekundäre sklerosierende Cholangitis bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten (SSC-CIP). Die diagnostische Abklärung sollte stets eine Abdomensonografie umfassen; bei unklaren Befunden kann eine Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP) zur weiterführenden Diagnostik indiziert sein.

Autorinnen: T. Lind, E. Tatscher

Der kostenpflichtige Originalbeitrag zu diesem Thema wurde veröffentlicht in internistische praxis 2026; 70 (1): 27–35.

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