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Umgang mit multiresistenten Erregern bei pulmonalen Infektionen

Symbolbild Lunge umringt von Bakterien, Keimen

Umgang mit multiresistenten Erregern bei pulmonalen Infektionen

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mgb medizin Redaktion

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2 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Bei der Pseudomonas-Pneumonie gibt es keine klare Abgrenzung zu anderen Pneumonien, die Symptome sind ebenso wie die Bildgebung unspezifisch. „Hier ist der Kontext entscheidend, nicht das Erscheinungsbild“, berichtete Prof. Dr. med. Hortense Slevogt, Hannover, beim DGP-Kongress.

Essenziell für die Therapieentscheidung sei das Resistenzprofil mit individuellen Risikofaktoren. Häufig besteht laut Slevogt bei difficult to treat-Resistenzen (DTR) eine Kombination aus verschiedenen Resistenzmechanismen. Als klinische Konsequenz ergebe sich hieraus die Notwendigkeit einer phänotypischen Testung.

Infektionen mit DTR-Pseudomonas aeruginosa sind mit einem erhöhtem Risiko für Therapieversagen und Letalität verbunden [1]. Bei DTR liegt eine Nicht-Empfindlichkeit gegenüber allen klinisch bevorzugten Erstlinien-Antibiotika mit hoher Wirksamkeit und geringer Toxizität. Die neue S3-Leitlinie Antibiotikatherapie schwerer Infektionen mit multiresistenten Bakterien empfiehlt in diesem Fall, gezielt alle Reserveantibiotika zu prüfen [2]. „Ohne diese Resistenztestung kann keine sichere Therapie bei DTR-Pseudomonas erfolgen“, so die Expertin.

Antibiotikatherapie mit Bedacht wählen

Die Auswahl basiert auf dem Resistenzmechanismus: Ohne eine Metallo-beta-Lactamase (MBL) können Ceftolozan/Tazobactam oder Ceftazidim/Avibactam zum Einsatz kommen [2]. Imipenem/Relebactam zeigt eine breite in vitro-Aktivität bei DTR-Pseudomonas und ist wirksam bei AmpC-Hyperproduktion, Porinverlust sowie Effluxmechanismen. Liegt eine MBL vor, zeigt sich für Cefiderocol eine gute Aktivität. Aztreonam/Avibactam ist eine mögliche Option, jedoch liegen hier nur begrenzte klinische Daten vor [2]. „Bei der Kombination mehrerer Mechanismen ist ein Wirkverlust möglich“, führte Slevogt aus. Die Empfehlung der Leitlinie lautet, dass unter Berücksichtigung von Antimicrobial Stewardship-Aspekten Ceftolozan/Tazobactam bevorzugt werden sollte [2]. Die Therapiedauer ist individuell durch den Verlauf und nicht durch die Resistenz bestimmt. „Entscheidend für das Therapieende sind klinische Stabilisierung, Fieberrückgang, Verbesserung der Organfunktion sowie ausreichende Fokuskontrolle“, schloss Slevogt.

Autorin: Martha-Luise Storre

Quelle: Vortrag „Die neue Leitlinie zur Therapie multiresistenter Erreger“ von Prof. Dr. med. Hortense Slevogt, Hannover, im Rahmen des DGP-Kongresses am 19. März 2026 in München.

Literatur:

  1. Magiorakos AP et al. Clin Microbiol Infect. 2012 Mar;18(3):268-81.
  2. Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie e.V. (DGHM) (Hrsg.): S3-Leitlinie: Antibiotikatherapie schwerer Infektionen mit multiresistenten Bakterien – MRETher – Neuerstellung Oktober 2025. Kurzversion, 1.0, AWMF-Registernummer 067-011. Verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/067-011  (Zugriff am: 19.03.2026)

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