Aerztin erklaert aelterer Patientin auf einem Tablet gesundheitliche Tipps gegen Hitze

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AD: Patienten-Tipps gegen Hitze

Fachbeitrag

Dermatologie

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mgb medizin Redaktion

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4 MIN

Erschienen in: DermaForum

Die Basistherapie bei atopischer Dermatitis (AD) steht und fällt mit der Patienten-Compliance im Alltag. Eine strukturierte Orientierungshilfe zur Hautreinigung und Reizvermeidung bietet praktische Unterstützung für die flankierende Patientenführung.

Das atopische Ekzem erfordert neben der akuten dermatologischen Intervention eine konsequente, tägliche Adhärenz der Betroffenen bei der Hautpflege. Da im Praxisalltag oft die Zeit für detaillierte Verhaltensberatungen zu Haushaltsprodukten oder Textilien fehlt, sind verlässliche Informationsblätter für Patienten eine hilfreiche Ergänzung.

Die folgenden Hinweise wurden in Kooperation mit der Dermatologin Dr. med. Dipl. Biol. Susanne Saha (u. a. aktiv bei der AG Dermatologie der KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit). Sie sind als Informationsblatt so aufbereitet, dass sie z. B. als Kopier- oder Druckvorlage für Patientinnen und Patienten im Praxisalltag genutzt werden können:

Patiententipps für die Hautpflegeroutine:

1. Sanft reinigen

  • Seife sparsam einsetzen: Verwenden Sie Seife nur dort, wo sich Gerüche bilden können, wie unter den Achseln, im Genitalbereich oder an den Füßen. Für den Rest des Körpers reicht klares Wasser.
  • Kurzes Duschen mit lauwarmem Wasser: Duschen Sie nicht täglich, sondern alle zwei Tage, und halten Sie die Duschzeit auf maximal 3 bis 5 Minuten begrenzt. Heißes Wasser und langes Duschen entfetten die Haut und können den Juckreiz verstärken.
  • Milde Seifen wählen: Aleppo-Seife mit Olivenöl oder pH-hautneutrale Waschlotionen sind ideal. Sie reinigen sanft und erhalten den natürlichen Schutzfilm der Haut. Ein Seifenmagnethalter hilft, feste Seife trocken zu lagern. Diesen können Sie zum Aufhängen und Trocknen der Seife an der Wand oder im Waschbecken benutzen. So löst sich die Seife nicht im Restduschwasser auf.

2. Richtige Pflege ist das A und O

  • Nach dem Waschen eincremen: Trage Sie direkt nach dem Duschen eine Lotion auf die noch feuchte Haut auf. Besonders bewährt haben sich Harnstoff-Lotionen mit 5 bis 10 % Urea. Sie binden Feuchtigkeit und stärken die Hautbarriere. Für Kinder: Maximal 5 % Urea verwenden.
  • Deocremes ohne Duftstoffe: Diese enthalten weniger Allergene, sind reizärmer und sorgen deutlich länger für langanhaltende Frische.
  • Verzicht auf künstliche Duftstoffe: Auch Parfums und Aftershaves können die Haut stark reizen. In manchen Produkten sind diese Duftstoffe sogar in winzigen Plastikkugeln (Mikroplastik) eingekapselt. Bevorzugen Sie Pflege ohne Parfum oder Duftstoffe und verzichten Sie im Haushalt auf künstlich duftende Produkte wie z. B. Duftsprays.
  • Nützliche Tools: Auf der kostenlosen Infoplattform www.dermoprotect.de finden Sie eine Liste geprüfter, hautfreundlicher Pflegeprodukte aus der Apotheke. Mit der App Codecheck können Sie Produkte in Drogeriemärkten auf bedenkliche Inhaltsstoffe prüfen.

3. Haushalt: Reinigen ohne Reizstoffe

Natürliche Hausmittel wie Essig, Natron oder Zitronensäure sind schonend für Haut und Umwelt. Sie ersetzen wirksam aggressive Haushaltsreiniger und sparen Geld.

  • Buchtipp: „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie“ (smarticular Verlag) bietet einfache Rezepte für chemiefreies Putzen.

4. Kleidung, die die Haut atmen lässt

  • Baumwolle statt Synthetik: Tragen Sie weiche, atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle. Wolle oder Kunststoffe können kratzen und Juckreiz auslösen.
  • Vor dem Kauf testen: Reiben Sie das Kleidungsstück an der Unterarminnenseite oder am Hals – wenn es kribbelt, sollten Sie es lieber nicht kaufen.

Wichtig: Falls sich das Ekzem verschlimmert oder stark juckt, sollte unbedingt eine Hautärztin oder ein Hautarzt aufgesucht werden. Je nach Patientenfall sind zusätzliche medikamentöse Therapien unumgänglich.

Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e. V.

Die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. (KLUG) ist ein Netzwerk von Akteuren aus den Gesundheitsberufen, das sich 2017 gründete. Die Initiative setzt sich dafür ein, die tiefgreifenden Auswirkungen der Klimakrise auf die menschliche Gesundheit ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. KLUG transformiert medizinisches und pflegerisches Wissen in konkretes Handeln, schult Fachkräfte im Bereich der klimasensiblen Gesundheitsberatung und treibt die Entwicklung eines klimaneutralen und resilienten Gesundheitssystems voran. Mehr Informationen unter: www.klimawandel-gesundheit.de

Korrespondenzadresse

Dr. Susanne Saha; Quelle © privat
Dr. med. Dipl. Biol. Susanne Saha
Fachärztin für Dermatologie, Venerologie und Berufsdermatologie (ABD)
AG Dermatologie der KLUG – Deutsche Allianz für Klimawandel und Gesundheit e.V.
E-Mail: dr.s.saha@web.de
KLUG: https://www.klimawandel-gesundheit.de/

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