Dermatologie » Entzündliche Dermatosen » Akne und Rosacea

»

Genetik von Akne und Schizophrenie im Fokus

Abstraktes Kopfprofil mit Partikeln im Gehirnbereich, Symbolbild fuer genetische Forschung zu Akne und Schizophrenie

Quelle: © peterschreiber.media – stock.adobe.com

Genetik von Akne und Schizophrenie im Fokus

News

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Akne und Rosacea

mgo medizin

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: DermaForum

Laut einer aktuellen Studie weisen Acne vulgaris und Schizophrenie eine gemeinsame genetische Architektur auf. Die Untersuchung von GWAS-Daten von über 600.000 Individuen deutet darauf hin, dass die genetische Haftung für Schizophrenie das Risiko und die Schwere von Akne beeinflussen könnte.

Ziel der Forschenden war es, mithilfe großangelegter genomweiter Assoziationsstudien (GWAS) kausale Effekte und geteilte Risikofaktoren zwischen Akne und zehn psychiatrischen Störungen zu identifizieren. Hierzu wurden Methoden wie die LD-Score-Regression sowie die Mendelsche Randomisierung (MR) angewandt. Zentrale Ergebnisse zeigen signifikante positive genetische Korrelationen von Akne mit Schizophrenie, Bipolarer Störung und Depression. Den Autoren zufolge lieferte jedoch nur die Schizophrenie Hinweise auf einen kausalen Effekt: Eine erhöhte genetische Liability für Schizophrenie war mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Akne assoziiert. Zudem korrelierte ein höherer Polygenic Risk Score für Schizophrenie in einer unabhängigen Kohorte mit einem gesteigerten Akne-Schweregrad. Als potenzielle biologische Mediatoren wurden Prozesse wie die glutamaterge Signalübertragung sowie das Gen RERE identifiziert, welches die Retinsäure-Signalisierung reguliert. Einschränkend weisen die Autoren darauf hin, dass die Ergebnisse auf Populationen europäischer Abstammung begrenzt sind und horizontale Pleiotropie nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Weitere Forschung sei notwendig, um die komplexen indirekten Interaktionen, etwa über Entzündungsprozesse oder hormonelle Dysregulationen, zu validieren.

(sma)

Quelle: Mitchell, B. L. et al (2026). European Journal of Human Genetics, 34, 565–573.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person mit Kapuzenpulli hebt kraftvoll die Arme vor Sonnenaufgang als Symbol fuer Resilienz bei Stress Leistungsabfall und Hautentzuendungen

Stress, Leistungsabfall und Hautentzündungen

News

Sport ist ein starker „Schlafmacher“: Die DGSM betont zum Aktionstag „Erholsamer Schlaf“, dass regelmäßige Bewegung die Schlafqualität verbessert – und damit auch Regeneration und Leistungsfähigkeit. Schlafmangel erhöht Stress (u. a. Cortisol) und kann Entzündungsprozesse sowie chronische Dermatosen triggern. Wichtig ist das Timing: moderates Training ca. 1 h vor dem Schlafen, intensive Einheiten eher mit längerem Abstand.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Prävention und Vorsorge

Beitrag lesen
Surreale Collage mit Mensch und Megafon Kopf aus dem mehrfach das Wort FAKE schallt als Symbol fuer digitale Desinformation zur Hautkrebspraevention

Hautkrebsprävention in Zeiten digitaler Desinformation

News

Hautkrebsprävention trifft Social‑Media‑Mythen: Eine Videoanalyse der ADP zeigt, wie Trends („Sonnencreme macht Krebs“, „kein Sonnenbrand = kein Schaden“, „Öle statt LSF“) im Hochsommer riskantes Verhalten fördern. Wichtig für die Praxis: evidenzbasiert, empathisch gegensteuern und den Dreiklang „Meiden, Kleiden, Cremen“ klar kommunizieren – UV‑Schutz als Alltagsroutine.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Prävention und Vorsorge

Beitrag lesen
Lupe vergroessert ein Dokument mit Checkliste auf blauem Hintergrund als Symbol fuer die Evidenzpruefung von Kochsalzinjektionen bei kortikosteroidinduzierter Hautatrophie

Kochsalzinjektionen bei kortikosteroidinduzierter Hautatrophie

News

Kochsalzinjektionen könnten kortikosteroidinduzierte Hautatrophie verbessern: Eine systematische Übersicht (16 Artikel, 41 Patient:innen, 48 Läsionen) berichtet nach intraläsionalen 0,9%-NaCl‑Injektionen in 83,3 % vollständige Resolution und bei Hypopigmentierung in 90,9 % Besserung. UAW waren selten. Die Methode gilt als minimalinvasiv und günstig, die Evidenz bleibt heterogen.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen