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Journal Club: Insulinresistenz und metabolisches Syndrom – Risiko für Alzheimer

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: DermaForum

Das moderne Verständnis der atopischen Dermatitis (AD) als systemische entzündliche Erkrankung umfasst neben der engen Assoziation mit Allergien inzwischen auch potenzielle kardiovaskuläre Komorbiditäten. Hingegen kontrovers diskutiert wird der Zusammenhang von AD mit Insulinresistenz (IR) und dem metabolischen Syndrom (MetS). Eine spanische Studie ging dem nun auf den Grund.

An der monozentrischen Querschnittsstudie nahmen 50 erwachsene Patientinnen und Patienten mit mittelschwerer bis schwerer AD (EASI ≥12) sowie 30 gesunde Kontrollpersonen teil. Betroffene, die innerhalb von vier Wochen vor der Aufnahme in die Studie eine systemische Behandlung erhalten hatten, wurden ausgeschlossen. Die IR wurde anhand der homöostatischen Modellbewertung der Insulinresistenz (HOMA-IR) bestimmt, einem quantitativen Index, der aus dem Nüchterninsulin- und Glukosespiegel abgeleitet wird. MetS wurde gemäß den Kriterien der International Diabetes Federation definiert.

Patientinnen und Patienten mit AD wiesen eine signifikant höhere IR auf und zeigten im Vergleich zur Kontrollgruppe eine Tendenz zu einer höheren Prävalenz von MetS. In der multivariablen Regressionsanalyse wurde AD nach Adjustierung für Alter, Geschlecht, Taillenumfang und Raucherstatus mit dem Logarithmus des HOMA-IR (b = 0,24, p = 0,048) assoziiert. Bei der individuellen Analyse der MetS-Komponenten wiesen die Teilnehmenden in der AD-Gruppe signifikant höhere Triglyceridwerte und einen deutlich größeren Taillenumfang auf. Hinsichtlich krankheitsbezogener Prädiktoren für IR und MetS bei AD-Betroffenen ergaben die Daten für Personen mit MetS eine höhere Anzahl vorheriger einwöchiger oraler Kortikosteroid-Behandlungen (Median 4,5 vs. 2, p = 0,03) als diejenigen ohne MetS. Die Anzahl der oralen Kortikosteroid-Gaben stand in Zusammenhang mit MetS, bereinigt um Alter, Geschlecht, EASI und hochsensitiven C-reaktiven Proteinwerten (OR 1,51 pro Behandlung, 95 % KI 1,10–2,09). Diese früheren oralen Kortikosteroid-Behandlungen waren auch bei Patientinnen und Patienten mit einem HOMA-IR-Wert von ≥2,5 höher (Median 6 vs. 2, p = 0,05) und korrelierten signifikant mit dem BMI, dem Taillenumfang und den Triglyceriden. Der EASI korrelierte umgekehrt mit dem HDL-Cholesterin (p = 0,02).

Fazit

Laut den Autorinnen und Autoren deuten diese Daten darauf hin, dass mittelschwere bis schwere AD mit einer erhöhten IR und Dyslipidämie im Zusammenhang mit MetS einhergeht. Diese Ergebnisse stehen im Gegensatz zu einer früheren Studie, in der keine Unterschiede in der IR zwischen AD-Betroffenen und gesunden Kontrollpersonen beobachtet wurden (1). Dort wurden jedoch Teilnehmende mit leichter bis mittelschwerer Erkrankung in die Untersuchung eingeschlossen. Somit scheint der Schweregrad der Erkrankung eine Rolle bei der Modulation metabolischer Komorbiditäten zu spielen. Darüber hinaus werden Cyclosporin und systemische Kortikosteroide, die bei diesen Personen häufig eingesetzt werden, ebenfalls mit Stoffwechselstörungen assoziiert.

Martha-Luise Storre

Originalpublikation: Berna-Rico E et al. Moderate-to-severe atopic dermatitis and systemic corticosteroids are associated with insulin resistance and metabolic syndrome. JAAD Int. 2025 Oct 25;24:177-180.

Literatur:

  1. Gether L et al. Diabetes Obes Metab. 2020 Nov;22(11):2161-2169.

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