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Botulinumtoxin bei fokaler Hyperhidrose: Eine differenzierte Betrachtung

Spritze liegt auf einem kleinen Medikamentenfläschchen, Symbolbild fuer Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin bei fokaler Hyperhidrose

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Botulinumtoxin bei fokaler Hyperhidrose: Eine differenzierte Betrachtung

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: derma aktuell

Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit untersucht den klinischen Stellenwert von Botulinumtoxin Typ A (BoNTA) bei der Behandlung übermäßigen Schwitzens an verschiedenen Körperstellen.

Während BoNTA als etablierte Option bei der Axia gilt, wenn topische Präparate unzureichend wirken, unterscheidet sich die wissenschaftliche Absicherung je nach Problemstellung und Lokalisation deutlich. Gleichzeitig liefern aber auch liefern auch immer mehr kleinere Studien überzeugende Hinweise auf Wirksamkeit bei diesen neuen Indikationen.

Bewertung nach Körperregionen

Die Analyse von 13 Originalstudien im Rahmen der systematischen Bewertung verdeutlicht ein heterogenes Bild der Evidenz:

  • Axilläre Hyperhidrose (Achseln): Für diesen Bereich ist die Evidenz am robustesten. Randomisierte kontrollierte Studien belegen konsistent eine deutliche Schweißreduktion und Lebensqualitätsverbesserung. Interessanterweise scheint eine Dosissteigerung von 50 auf 100 Einheiten pro Achsel keinen signifikanten Zusatznutzen zu bringen. Die Wirkung hält meist über sechs bis neun Monate an.
  • Palmare Hyperhidrose (Handflächen): Hier wird zwar eine zuverlässige Wirksamkeit beschrieben, die Anwendung wird jedoch durch Injektionsschmerzen und eine vorübergehende Muskelschwäche limitiert.
  • Gesicht und Kopfhaut (Kraniofazial): In diesem Bereich ist die Datenlage weniger belastbar und stützt sich primär auf kleine Kohorten und Fallserien. Zwar berichten diese von subjektiven Symptomverbesserungen und einem akzeptablen Sicherheitsprofil, jedoch bestehen große Unterschiede bei den Dosierungen und Injektionstechniken.

Einordnung und Ausblick

Obwohl BoNTA ein wichtiger Bestandteil der Therapie bleibt, weisen die Autoren darauf hin, dass die Datenlage außerhalb der Achselregion deutlich weniger robust ist. Neue Behandlungsansätze wie Glycopyrronium-Tücher oder orale Medikamente bieten zusätzliche Flexibilität, werden aber eher als adjuvante Optionen und nicht als vollständiger Ersatz für BoNTA gesehen. Für eine fundierte Empfehlung im Bereich der kraniofazialen Hyperhidrose sind größere, standardisierte Studien zwingend erforderlich.

(sma)

Quelle: Farah, J., Hanna, E., Aad, S., Karam, C., & Ghanem, A. (2025). Beyond the axilla: The evolving role of botulinum toxin in the treatment of facial, scalp, and focal hyperhidrosis. Cosmetic Dermatology. https://doi.org/10.1016/j.clindermatol.2025.12.003

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