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CHE: Multifaktorielle Pathologie und diagnostische Präzision

Nahaufnahme von zwei geroeteten trockenen Haenden ueber einem Waschbecken

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CHE: Multifaktorielle Pathologie und diagnostische Präzision

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: DermaForum

Wie Dr. Katharina Kreutzer (Bielefeld) berichtete, fordert das chronische Handekzem Dermatologen durch hohe Krankheitslast und Schmerzen heraus. Als eigenständige Entität verlangt es gezielte Therapien, um die Lebensqualität Betroffener massiv zu verbessern. Was bedeutet das für die Praxis?

Das chronische Handekzem stellt Dermatologinnen und Dermatologen in Klinik und Praxis vor erhebliche therapeutische Herausforderungen. Wie Dr. med. Katharina Kreutzer, Bielefeld, auf einem Symposium berichtete, handelt es sich um eine eigenständige Krankheitsentität, die eine spezifische und differenzierte Behandlung erfordert. Die Alltagsbelastung der Betroffenen ist exzeptionell hoch und schränkt die Lebensqualität – unabhängig vom jeweiligen Tätigkeitsfeld – durch persistierende Schmerzen und motorische Einschränkungen massiv ein.

Zur präzisen Beurteilung der therapeutischen Wirksamkeit im Rahmen von Studien hob Kreutzer die Bedeutung standardisierter Instrumente wie des Hand Eczema Severity Index (HECSI) hervor. Dieser Score erleichtert durch die Graduierung von sechs klinischen Parametern (Erythem, Infiltration/Papulation, Bläschen, Rhagaden, Schuppung, Ödem) an fünf Lokalisationen der Hand eine objektive Dokumentation des Schweregrads.

Grenzen etablierter Therapien im klinischen Verlauf

Anhand einer Patientin aus der Hauswirtschaft, die über einen Zeitraum von zwölf Jahren begleitet wurde, veranschaulichte Kreutzer die typischen Limitationen klassischer Ansätze. Oral verabreichtes Alitretinoin ist zugelassen für die Behandlung des schweren chronischen Handekzems, das auf potente topische Kortikosteroide nicht anspricht, und zeigt insbesondere beim hyperkeratotisch‑rhagadiformen Typ eine gute Wirksamkeit. Ein engmaschiges Monitoring sowie mögliche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder eine Beeinträchtigung des Nachtsehens schränken die langfristige Anwendung jedoch häufig ein.

Ein anschließender systemischer Behandlungsversuch mit Ciclosporin A (off‑label) zeigte im dargestellten Fall einen schnellen Wirkeintritt, konnte jedoch aufgrund kumulativer Organbelastungen (arterielle Hypertonie und Nierenwertverschlechterung) nicht dauerhaft fortgeführt werden. Über den Gesamtverlauf akkumulierte die Patientin zudem eine beachtliche Gesamtmenge von circa 2,8 Kilogramm topischer Steroide der Klasse III. Eine solche kumulative Dauerexposition kann neben kutanen Nebenwirkungen auch das Risiko eines Wirkverlusts (Tachyphylaxie) begünstigen – ein klinisch diskutiertes, wenn auch nicht unstrittiges Phänomen.

Innovative topische Therapieansätze

Mit der Entwicklung hochspezifischer topischer Januskinase-(JAK)-Inhibitoren wie Delgocitinib steht ein innovatives Werkzeug zur Verfügung, das neue Wege im Krankheitsmanagement eröffnen kann, so Kreutzer. Das Präparat (Anzupgo) ist zugelassen für die topische Behandlung des mittelschweren bis schweren chronischen Handekzems bei Erwachsenen, bei denen topische Kortikosteroide nicht ausreichen oder nicht geeignet sind.

In der zulassungsrelevanten Head‑to‑Head‑Studie DELTA FORCE zeigte die Substanz gegenüber Alitretinoin eine signifikant stärkere Reduktion des HECSI‑Scores (primärer Endpunkt, Woche 12: -67,6 vs. -51,5) sowie eine rasche Schmerzlinderung; bei einzelnen Responder‑Endpunkten fiel der Unterschied jedoch teils nicht signifikant aus. Da der Wirkstoff lokal appliziert wird, bleibe die systemische Exposition minimal. Dies führt zu einem günstigen Nebenwirkungsprofil und eröffnet Chancen auf eine sichere, langfristige Wirksamkeit ohne die typischen Risiken einer oralen Systemtherapie.

Kreutzer betonte abschließend, wie wichtig eine frühzeitige Berufskrankheiten‑Meldung (BG‑Meldung) ist. Sie bedeute für die Betroffenen nicht nur rehabilitative Unterstützung, sondern erleichtert gleichzeitig gerade im im niedergelassenen Bereich eine leitliniengerechte und ökonomisch tragfähige Verordnung innovativer Therapieverfahren.

(sma)

Quelle: Kreutzer, K. (2026, Mai). Behandlungslandschaft unter der Lupe: Das chronische Handekzem im klinischen Fokus [Symposium]. LEO Insights, Dublin, Irland.

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