Dermatologie » Allgemeine Dermatologie » Versorgung, Forschung und Leitlinien

»

3R-Forschung in der Dermatologie ausgezeichnet

Aerzteteam zeigt gemeinsam den Daumen nach oben als Symbol dafuer, dass 3R Forschung in der Dermatologie ausgezeichnet wurde

Quelle: © Mumtaaz Dharsey/peopleimages.com - stock.adobe.com

3R-Forschung in der Dermatologie ausgezeichnet

Aktuelles

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: DermaForum

Prof. Dr. Birgit Schittek erhält den DFG-Händel-Tierschutzpreis für hochinnovative 3D-Hautmodelle, die komplexe Entzündungsprozesse und Melanome ohne Tierversuche präzise simulieren.

Als Leiterin der Arbeitsgruppe Experimentelle Dermatologie an der Universitäts-Hautklinik Tübingen verknüpft die promovierte Biologin und habilitierte Molekularmedizinerin Prof. Dr. Birgit Schittek biologische Grundlagenforschung mit dermatologischer Praxis, indem sie die molekularen Mechanismen von Hautkrebs und chronischen Entzündungsprozessen erforscht.

Auszeichnung mit dem Tierschutzpreis

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den diesjährigen, mit insgesamt 80.000 Euro dotierten Ursula M. Händel-Tierschutzpreis an zwei Wissenschaftlerinnen verliehen, deren translationale Forschung das 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine) im Laboralltag maßgeblich vorantreibt. Die Auszeichnung geht zu gleichen Teilen an die Molekularmedizinerin Prof. Dr. Birgit Schittek (Universität Tübingen) und die Tiermedizinerin Prof. Dr. Christa Thöne-Reineke (FU Berlin).

Hoher medizinischer Nutzen: Organotypische 3D-Modelle revolutionieren die dermatologische Forschung

Für die Fachwelt der Dermatologie ist insbesondere die Arbeit von Prof. Birgit Schittek, Leiterin der Arbeitsgruppe Experimentelle Dermatologie an der Universitäts-Hautklinik Tübingen, von direktem Nutzen. Ihr ist es gelungen, technisch hochentwickelte, organotypische 3D-Hautkulturmodelle zu etablieren.

Diese Modelle erlauben es, komplexe pathophysiologische Prozesse in vitro zu simulieren:

  • Sowohl chronisch-entzündliche Hauterkrankungen als auch die molekularen und zellulären Mechanismen der Hautkrebsentstehung, Metastasierung und Therapieresistenzentwicklung bei Melanomen lassen sich an den Modellen exakt darstellen.
  • Im Gegensatz zu klassischen Tierversuchen, deren Ergebnisse aufgrund von Speziesunterschieden oft nur bedingt auf den Menschen übertragbar sind, bieten die humanen 3D-Modelle eine hohe translationale Aussagekraft. Schittek stellt diese Modelle im Rahmen von DFG-Sonderforschungsbereichen (SFB/Transregio) auch anderen Arbeitsgruppen zur Verfügung, um dermatologische Fragestellungen breit und ohne Tierverbrauch zu erforschen.

Objektive Belastungsmessung durch KI

Die Co-Preisträgerin Prof. Christa Thöne-Reineke (Institut für Tierschutz, Tierverhalten und Versuchstierkunde der FU Berlin) wird für ihr Lebenswerk im Bereich des Refinements (Verbesserung des Tierwohls) geehrt. Sie entwickelte unter anderem KI-gestützte, nichtinvasive Verfahren, die Verhaltensparameter und physische Reaktionen von Versuchstieren ohne belastende Eingriffe objektiv messbar machen. Dies trägt entscheidend dazu bei, verbleibende tierexperimentelle Ansätze in der präklinischen Forschung maximal schonend zu gestalten und die Datenqualität zu optimieren.

Die feierliche Verleihung des höchstdotierten deutschen Forschungspreises dieser Art findet am 2. Oktober 2026 in Berlin statt.

Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). (2026, 2. Juli). Händel-Tierschutzpreis an Christa Thöne-Reineke und Birgit Schittek [Pressemitteilung].

Weitere Beiträge zu diesem Thema

© Thomas Bethge – stock.adobe.com

Personalmanagement: Zwischen Fachkräftemangel und echter Passung

Fachbeitrag

Der Praxisalltag fordert niedergelassene Arztpraxen längst nicht mehr nur medizinisch, sondern in hohem Maße auch organisatorisch und personell. Von der Empfangskraft bis zur Praxisleitung: Geeignetes Personal zu finden und zu halten, gehört heutzutage zu den größten unternehmerischen Herausforderungen in der Niederlassung. Wie gelingt es, trotz hoher Arbeitsbelastung eine tragfähige und stabile Teamkultur aufzubauen?

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Beitrag lesen
© Sushanto – stock.adobe.com

Pharmameldung: Systemische Skabies-Therapie mit neuer Wirkstärke

Aus der Industrie

Eine teilbare Tablettenstärke kann die Tablettenanzahl für Erwachsene potenziell verringern und eine systemische Alternative zur Ganzkörperbehandlung darstellen.

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Weitere chronisch-entzündliche Dermatosen

Beitrag lesen
Prof. Dr. med. Katharina C. Kähler © privat

Prof. Katharina Kähler erhält Deutschen Hautkrebspreis

Aktuelles

Die Spezialistin zur Behandlung von Hautkrebs Prof. Dr. med. Katharina C. Kähler vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, ist mit dem Deutschen Hautkrebspreis 2026 ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Deutschen Hautkrebskongresses in Leipzig statt.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Preise, Auszeichnungen und Politik

Beitrag lesen