Bestimmte Medikamente – ob systemisch oder topisch angewendet – können die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht oder künstlicher ultravioletter Strahlung machen. Diese erhöhte Sensitivität kann bei UV-Exposition zu unerwünschten Hautreaktionen führen. Welche Arzneimittel sind in diesem Zusammenhang von besonderer Relevanz?
Eine aktuelle Studie analysierte Daten der FAERS-Datenbank der FDA zur Erfassung von Nebenwirkungen mit dem Ziel, relevante Wirkstoffklassen für DIP zu ermitteln, demografische Muster zu untersuchen und etwaige Trends bei diesen Reaktionen aufzuzeigen. Laut den US-amerikanischen Daten aus den Jahren 2004 bis 2023 wird eine Vielzahl von Medikamenten mit DIP in Verbindung gebracht: Insgesamt wurden 20.236 DIP-Fälle mit 393 verschiedenen Wirkstoffen gemeldet. Das mediane Alter der Patientinnen und Patienten betrug 52 Jahre, Frauen waren mit 55,7 % häufiger betroffen. Die wichtigsten Wirkstoffklassen, die mit DIP in Verbindung gebracht wurden, waren Immunsuppressiva, monoklonale Antikörper, Antineoplastika, Antibiotika, Psychostimulanzien, Präparate gegen Akne, Emollienzien und Schutzmittel, Herz-Kreislauf-Medikamente, Interferone und HMG-CoA-Reduktase-Hemmer.
Unter den Arzneimittelkategorien waren Immunsuppressiva die am häufigsten mit DIP assoziierte Klasse und machten rund 10 % aller gemeldeten unerwünschten Ereignisse während des Untersuchungszeitraums aus. Der Anteil der durch Immunsuppressiva verursachten Lichtempfindlichkeitsfälle erreichte 2016 seinen Höhepunkt und machte knapp 14 % der Gesamtfälle in diesem Jahr aus. Pirfenidon war das am häufigsten gemeldete Medikament, mit einem deutlichen Anstieg auf 19,5 % der Gesamtfälle im Jahr 2016. Die zweithäufigste identifizierte Wirkstoffklasse waren monoklonale Antikörper, auf die 9,6 % aller Meldungen entfielen. Antineoplastika waren für 5,2 % aller Meldungen verantwortlich. Besonders hohe Signalwerte konnten für die Wirkstoffe Lamotrigin, Vemurafenib, Simeprevir, Voriconazol, Pirfenidon und Doxycyclin identifiziert werden. Auch für Adalimumab und Adapalen zeigten sich entsprechende Signale in der FAERS-Datenbank. Jedoch gibt es hierfür noch keine entsprechenden Fallberichte oder klinischen Daten in der Fachliteratur. Während sich ein leichter Aufwärtstrend bei Immunsuppressiva und monoklonalen Antikörpern über den gesamten Zeitraum beobachten lässt, sinkt hingegen die Inzidenz bei Psychostimulanzien. Dieser Trend könnte jedoch eher durch Faktoren wie Meldeverzerrungen, veränderte Verschreibungsgewohnheiten oder ein gesteigertes Bewusstsein beeinflusst sein als durch einen tatsächlichen Anstieg des Risikos.
Fazit Das Wissen um DIP und die auslösenden Wirkstoffe ermöglicht es, klinische Risiken zu erkennen und gegebenenfalls zu vermeiden. Somit kann das Risiko von unerwünschten Arzneimittelwirkungen im klinischen Umfeld verringert werden.
Martha-Luise Storre
Originalpublikation: Ge L, Huang X, Dong Z, Zhong T. Causes of drug-induced photosensitivity: an analysis using FDA adverse event reporting system database. Sci Rep. 2025 May 24;15(1):18102.
Literatur:
- Hofmann GA, Weber B. Drug-induced photosensitivity: culprit drugs, potential mechanisms and clinical consequences. J Dtsch Dermatol Ges. 2021 Jan;19(1):19-29.



