Angesichts der steigenden Nachfrage nach kosmetischen bzw. ästhetischen Eingriffen bei Frauen im Alter von 40 bis 69 Jahren gewinnt die Berücksichtigung der Hautgesundheit bei Frauen in der Perimenopause und Postmenopause zunehmend an Bedeutung. Ein aktuelles Review analysierte konkrete Zusammenhänge zwischen den Wechseljahren, der Hautqualität und der Hormonersatztherapie (HET).
Hautalterung wird durch viele Faktoren beeinflusst, unter anderem durch genetische Prädisposition, Nikotinkonsum und UV-Exposition. Aber auch Hormonveränderungen, insbesondere im Rahmen der Menopause, können innerhalb eines kurzen Zeitraums zu sichtbaren Veränderungen des Hautbildes führen – mit möglichen negativen Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl. Grund hierfür sind sinkende Östrogenspiegel, die die Kollagenproduktion und die Integrität der extrazellulären Matrix (ECM) beeinträchtigen. Es kommt zu Hautverdünnung und Atrophie sowie zu einer Verminderung des Kollagengehalts, der Elastizität und der Durchblutung. Der Verlust hydrophiler Glykosaminoglykane führt zu Trockenheit. Zusammengenommen tragen diese Veränderungen zur Faltenbildung, einer geschwächten Hautbarriere und einer beeinträchtigten Wundheilung bei. Eine Östrogenersatztherapie kann den Kollagengehalt und die Kollagenqualität steigern, die Durchblutung fördern und die Feuchtigkeitsversorgung, Elastizität und Dicke der Epidermis verbessern (1).
Beobachtungs- und histologische Studien zeigen, dass der Kollagengehalt der Haut eher mit dem Menopausen-Alter als mit dem chronologischen Alter abnimmt, und zwar mit einer durchschnittlichen Rate von 2,1 % pro Jahr nach der Menopause über einen Zeitraum von 15 Jahren. Parallel dazu geht das Altern in den Wechseljahren mit einer Schwächung der ECM einher, was zusätzlich zur allmählichen Ausdünnung der Haut im Laufe der Zeit beiträgt, die in den ersten 19 Jahren nach der Menopause mit etwa 1,13 % pro Jahr gemessen wurde. Die Schwächung der ECM und der Verlust ihrer mechanischen Eigenschaften beeinträchtigen zudem die strukturelle Stützfunktion der dermalen Fibroblasten und beschleunigen deren Seneszenz sowie den Funktionsverlust. Seneszente Fibroblasten scheiden ihrerseits matrixabbauende Enzyme und proinflammatorische Zytokine aus, die den Abbau der ECM verstärken und so einen sich selbst verstärkenden Kreislauf erzeugen, der den Hautalterungsprozess beschleunigt.
Initiale Ergebnisse der „Women’s Health Initiative“ aus den frühen 2000er Jahren deuteten laut den Review-Autorinnen darauf hin, dass eine systemische HET für viele Frauen mehr Risiken als Nutzen mit sich brachte, was zu einem starken Rückgang ihrer Anwendung führte. In jüngerer Zeit hat sich gezeigt, dass die HET ein günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis bei der Linderung vasomotorischer Symptome, des urogenitalen Syndroms und der Osteoporose bei Frauen unter 60 Jahren oder innerhalb von 10 Jahren nach Einsetzen der Menopause bietet. Zahlreiche frühe, kleine Studien berichteten über Zusammenhänge zwischen der HET und verbesserten Hautmerkmalen – sowohl bei systemischer als auch bei topischer Anwendung.
Studienfazit
Die durch Östrogenmangel bedingte Hautveränderung stellt ein unterschätztes klinisches Problem dar, für das es auf Grund der fehlenden Datenlage bislang keine offizielle Behandlungsindikation gibt. Es sind fundiertere klinische Studien erforderlich, in denen gezielt Daten zum Menopausenstatus und zur HET erhoben und ausgewertet werden, um die Behandlungsstrategien zu verfeinern und eine wirksamere Versorgung der Patientinnen zu ermöglichen.
Martha-Luise Storre
Originalpublikation:
Viscomi B, Muniz M, Sattler S. Managing Menopausal Skin Changes: A Narrative Review of Skin Quality Changes, Their Aesthetic Impact, and the Actual Role of Hormone Replacement Therapy in Improvement. J Cosmet Dermatol. 2025 Sep;24 Suppl 4(Suppl 4):e70393.
Literatur:
Thornton MJ. Dermatoendocrinol. 2013 Apr 1;5(2):264-70.





