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Mikroplastik und Haut: Risiken, Barrieren und klinische Relevanz

Nahaufnahme: Mikroplastik-Partikel auf Fingern unter einer Lupe – Umweltverschmutzung und Gesundheit

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Mikroplastik und Haut: Risiken, Barrieren und klinische Relevanz

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Erschienen in: DermaForum

Die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Dennis Niebel, Dr. Susanne Saha et al. (2025) mit dem Titel „Microplastics, Skin Disease, and Dermatology“ nimmt die Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik (MNP) auf die menschliche Haut in den Fokus.

Angesichts einer globalen Kunststoffproduktion, die bis 2023 auf über 413 Millionen Tonnen angestiegen ist, stellen diese Partikel eine allgegenwärtige Umweltbelastung dar. Die Studie unterscheidet dabei zwischen primärem Mikroplastik, das gezielt für Produkte wie Kosmetika (z. B. Peeling-Kügelchen) hergestellt wird, und sekundärem Mikroplastik, das durch den Zerfall größerer Kunststoffabfälle entsteht. Während gesundes Hautgewebe eine effektive Barriere gegen größere Partikel bildet, können Nanoplastikpartikel (kleiner als 1 μm) die Epidermis über verschiedene Wege wie Haarfollikel oder Schweißdrüsen durchdringen. Besonders gefährdet sind Patientinnen und Patienten mit einer geschädigten Hautbarriere, etwa bei Neurodermitis oder Schuppenflechte. Vorläufige In-vitro-Daten weisen darauf hin, dass der Kontakt mit MNP entzündungsfördernde und zelltoxische Effekte haben kann.

In Zellmodellen wurde beobachtet, dass die Partikel oxidativen Stress auslösen, die Zellteilung stören und Entzündungsreaktionen in Keratinozyten hervorrufen können. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass MNP zur vorzeitigen Hautalterung beitragen, indem sie die Differenzierung von Hautzellen hemmen und Seneszenzmarker in Fibroblasten erhöhen. Trotz dieser Erkenntnisse stehe die klinische Forschung zu den direkten Auswirkungen auf den Menschen noch am Anfang. Da MNP nicht nur in der Umwelt, sondern auch in Textilien und Pflegeprodukten vorkommt, fordern die Forschenden eine stärkere Sensibilisierung der Dermatologie.

Die Analyse dieser winzigen Partikel bleibt jedoch eine technologische Herausforderung, die fortschrittliche Nachweisverfahren erfordert. Zusammenfassend unterstreicht die Studie die Notwendigkeit intensiverer Forschung, um die langfristigen Risiken der ubiquitären Plastikbelastung für die Hautgesundheit besser zu verstehen.

Redaktion (sma)

Quelle: Niebel, D., Saha, S., et al. (2025). Microplastics, skin disease, and dermatology: Evidence and perspectives. Dermatologic Clinics. Advance online publication. https://doi.org/10.1016/j.det.2025.08.001

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