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Förderung des Bartwuchses bei trans Männern

Laechelnde Person mit gepflegtem Bart vor farbigem Hintergrund als Symbolbild fuer Themen rund um Bartwuchs

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Erschienen in: DermaForum

Bartwuchs kommt als auffälliges Merkmal von Männlichkeit eine besondere Bedeutung im Transitionsprozess zu: Er beeinflusst die soziale Anerkennung, verringert fehlerhafte Geschlechtszuordnungen und kann dadurch das psychische Wohlbefinden von trans Männern steigern.

Trotz der maskulinisierenden Wirkung einer Testosterontherapie bleibt die Bartbildung bei vielen trans Männern laut den Autorinnen und Autoren der Studie oft unvollständig. Untersuchungen zeigen, dass bis zu 93,7 % der trans Männer Bartwuchs als entscheidend für ihren Geschlechtsausdruck betrachten, doch die Mehrheit gibt an, auch nach längerer Testosteronbehandlung mit ihrer Gesichtsbehaarung unzufrieden zu sein [1]. Diese Diskrepanz zwischen Erwartung und Ergebnis kann die Geschlechtsdysphorie aufrechterhalten und die Lebensqualität beeinträchtigen. Es besteht demnach Bedarf an evidenzbasierten Maßnahmen.

Topisches Minoxidil hat sich bei der Förderung des Haarwachstums durch verschiedene Wirkmechanismen als effektiv erwiesen, darunter die Verlängerung der Anagenphase und eine verstärkte Zellproliferation der dermalen Papille. Während der Wirkstoff im Hinblick auf androgenetische Alopezie umfassend untersucht wurde, ist seine Anwendung zur Förderung des Gesichtshaarwuchses bei trans Männern noch wenig erforscht. Ziel der randomisierten, doppelblinden Studie war es, die Wirksamkeit und Sicherheit einer topischen 3% Minoxidil-Lösung versus Placebo als Begleittherapie zur Förderung des Bartwuchses bei trans Männern zu bewerten, die eine stabile geschlechtsangleichende Hormontherapie (GAHT) erhalten. Die Minoxidil-Gruppe (n = 34) zeigte im Vergleich zur Placebo-Gruppe (n = 35) nach 12 Wochen signifikante Verbesserungen hinsichtlich der Bartdichte, beim Bartdurchmesser, bei der Schnurrbartdichte und beim Schnurrbartdurchmesser. Der von Behandelnden und Behandelten bewertete mFGS (modified Ferriman-Gallwey Score) zeigte unter Minoxidil signifikante Verbesserungen (p < 0,05). Die Lebensqualität steigerte sich deutlich und signifikant, mit höheren Patientenzufriedenheitswerten (8,16 vs. 5,36, p < 0,001). Unerwünschte Ereignisse waren minimal und zwischen den Gruppen vergleichbar. Zu beachten ist, dass die unterschiedliche Dauer der GAHT zu einer Heterogenität im Ansprechen auf die Behandlung führen kann, da sich die Teilnehmenden in unterschiedlichen Stadien der durch Testosteron induzierten Maskulinisierung befanden, was sowohl die Ausgangswerte der Gesichtsbehaarung als auch das Ansprechen auf die begleitende Minoxidil-Therapie beeinflussen kann.

Fazit

Die Ergebnisse zeigen, dass topisches 3% Minoxidil das Gesichtshaarwachstum bei trans Männern, die eine GAHT erhalten, signifikant fördert. Der Wirkstoff zeigt klinisch signifikante Verbesserungen hinsichtlich der Bartwuchsförderung, sowohl bei objektiven Messwerten als auch bei den von den Patienten berichteten Ergebnissen, und deckt damit insgesamt einen bisher unmet need in der medizinischen Versorgung von Transgender-Personen ab.

rf (unmet need) in der medizinischen Versorgung von Transgender-Personen ab.

Martha-Luise Storre

Originalpublikation:

Wattanawinitchai K et al. Efficacy and safety of topical 3% minoxidil for facial hair enhancement in transmen: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. J Dermatolog Treat. 2026 Dec; 37 (1) : 2638637.

Literatur: McGuire JK et al. Body Image. 2016; 18:96–107.

Hinweis zur Schreibweise vom Bundesverband trans*: Die Schreibweise „trans Mann“ (mit Leerzeichen/als Adjektiv) wird empfohlen, da trans als Eigenschaft verstanden wird. „Transgender-Mann“ ist ebenfalls korrekt, jedoch oft spezifischer, während „trans Mann“ breiter gefasst ist.

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