Dermatologie » Haarerkrankungen » Alopecia areata

»

Petition zur Gesetzesänderung: Alopecia areata ist eine schwere Erkrankung

Hinterkopf mit Alopecia

Petition zur Gesetzesänderung: Alopecia areata ist eine schwere Erkrankung

Aktuelles

Dermatologie

Haarerkrankungen

Alopecia areata

mgb medizin Redaktion

Verlag

3 MIN

Für die Therapie des kreisrunden Haarausfalls (Alopezia areata) – einer Erkrankung, die Betroffene schwer belastet – steht keine verordnungsfähige dermatologische Behandlung zur Verfügung. Verantwortlich dafür ist eine gesetzliche Regelung, nach der Arzneimittel, die der Verbesserung des Haarwuchses dienen, aus der GKV-Kostenerstattung ausgeschlossen sind. Darunter fallen auch sämtliche Therapeutika der Alopecia areata. Mit einer Petition beim Bundestag soll nun eine Gesetzesänderung erreicht werden.

Aufgrund eines Passus im §34 SGB V sind Arzneimittel, die der Verbesserung des Haarwuchses dienen, aus der GKV-Kostenerstattung ausgeschlossen. Darunter fallen auch sämtliche Therapeutika der Alopecia areata (AA). Somit steht für die Therapie dieser zum Teil schweren Erkrankung keine verordnungsfähige dermatologische Behandlung zur Verfügung. Dabei ist die Alopecia areata eine relevante immunologisch bedingte Erkrankung mit zum Teil erheblichen negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität und die psychosoziale Situation der Betroffenen, wie verschiedene Publikationen1-3 belegen. Die derzeitige gesetzliche Lage verbietet es Dermatologinnen und Dermatologen, eine qualifizierte Therapie nach den anerkannten Leitlinienstandards einzusetzen. Mit der Änderung des Passus im SGB V, der eigentlich andere Formen des Haarausfalls mit „Lifestyle-Charakter“ betreffen sollte, wird damit die Therapiefreiheit zum Einsatz evidenzbasierter Verfahren zurückgewonnen.

Das Hautnetz Deutschland e.V.  unterstützt daher die Petition einer Patientin mit Alopecia areata an den Deutschen Bundestag, die eine Änderung der gesetzlichen Formulierung erwirken möchte. Das Hautnetz Deutschland ist ein von BVDD und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) paritätisch getragener Verein, der die Versorgung von Menschen mit chronischen Hautkrankheiten bundesweit und nachhaltig verbessern will.

Namemtlich Dr. Thomas Stavermann, Vorsitzender Hautnetz Deutschland, Prof. Mark Berneburg, stellvertretender Vorsitzender Hautnetz Deutschland, und Prof. Matthias Augustin, Vorsitzender Hautnetz Hamburg, rufen sowohl Kolleginnen und Kollegen als auch Patientinnen und Patienten sowie Interessierte dazu auf, sich dieser Petition anzuschließen und diese online zu unterzeichnen.

Online-Link zur Petition: Petitionen: Petition 148387 (bundestag.de)

Wer das Anliegen unterstützen möchte, kann zudem auch die als PDF unten downloadbare Liste in Praxis/Klinik auslegen.

PFD Unterschriftenliste
PDF Petition

Literatur:

1Lintzeri DA, Constantinou A, Hillmann K, Ghoreschi K, Vogt A, Blume-Peytavi U. Alopecia areata – Current understanding and management. J Dtsch Dermatol Ges. 2022 Jan;20(1):59-90. doi: 10.1111/ddg.14689. PMID: 35040577.

2Xing L et al. Alopecia areata is driven by cytotoxic T lymphocytes and is reversed by JAK inhibition. Nat Med 2014;20:1043-1049

3Rencz F, Gulácsi L, Péntek M et al. Alopecia areata and health-related quality of life: a systematic review and meta-analysis. Br J Dermatol 2016; 175: 561–71

Quelle: bvdd.de

Bilderquelle: ©Alexa Papp, stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

© Thomas Bethge – stock.adobe.com

Personalmanagement: Zwischen Fachkräftemangel und echter Passung

Fachbeitrag

Der Praxisalltag fordert niedergelassene Arztpraxen längst nicht mehr nur medizinisch, sondern in hohem Maße auch organisatorisch und personell. Von der Empfangskraft bis zur Praxisleitung: Geeignetes Personal zu finden und zu halten, gehört heutzutage zu den größten unternehmerischen Herausforderungen in der Niederlassung. Wie gelingt es, trotz hoher Arbeitsbelastung eine tragfähige und stabile Teamkultur aufzubauen?

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Beitrag lesen
© Sushanto – stock.adobe.com

Pharmameldung: Systemische Skabies-Therapie mit neuer Wirkstärke

Aus der Industrie

Eine teilbare Tablettenstärke kann die Tablettenanzahl für Erwachsene potenziell verringern und eine systemische Alternative zur Ganzkörperbehandlung darstellen.

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Weitere chronisch-entzündliche Dermatosen

Beitrag lesen
Prof. Dr. med. Katharina C. Kähler © privat

Prof. Katharina Kähler erhält Deutschen Hautkrebspreis

Aktuelles

Die Spezialistin zur Behandlung von Hautkrebs Prof. Dr. med. Katharina C. Kähler vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, ist mit dem Deutschen Hautkrebspreis 2026 ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Deutschen Hautkrebskongresses in Leipzig statt.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Preise, Auszeichnungen und Politik

Beitrag lesen