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Blick über den Tellerrand: Psoriasis und Sexualität

Symbolbild fuer Psoriasis und Sexualitaet mit Menschen auf einer Waage zwischen Arbeit, Gesundheit und Lebensqualitaet

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Blick über den Tellerrand: Psoriasis und Sexualität

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: DermaForum

Sexuelle Gesundheit ist ein essenzieller Pfeiler der Lebensqualität, wird jedoch laut einer aktuellen Studie bei Psoriasis-Patienten oft vernachlässigt.

Die aktuelle Delphi-Studie der spanischen Akademie für Dermatologie und Venerologie liefert nun konsensbasierte Empfehlungen, um die Unterdiagnostik zu überwinden und die Versorgung in der klinischen Praxis nachhaltig zu verbessern.

Das Ziel dieser Delphi-Studie bestand darin, Expertenempfehlungen für das Management der Auswirkungen einer Psoriasis auf die Sexualität zu erarbeiten und Barrieren in der fachärztlichen Kommunikation zu identifizieren. Die Methodik basierte auf einem zweistufigen Prozess, an dem initial 56 erfahrene Dermatologen teilnahmen. Mittels eines 26 Items umfassenden Fragebogens wurde ein Konsens angestrebt, der schließlich bei 23 Empfehlungen (88,5 %) erzielt werden konnte.

Ergebnisse im Überblick

Die Ergebnisse verdeutlichen die klinische Relevanz: Bei bis zu 55 % der Betroffenen können sexuelle Funktionsstörungen auftreten. Nach Ansicht der Experten kann die Beeinträchtigung nicht immer direkt mit dem Schweregrad der Hautsymptome oder der Lokalisation der Läsionen korrelieren; vielmehr können psychische Faktoren wie ein negatives Selbstbild eine entscheidende Rolle spielen. Eine Unterdiagnose kann laut Studie unter anderem auf Zeitmangel (20 %), die Zurückhaltung der Patienten (16,1 %) sowie eine unzureichende fachspezifische Ausbildung (13,9 %) zurückzuführen sein.

Konkrete Empfehlungen

Die Forschenden regen an, die sexuelle Funktion in die routinemäßige Anamnese zu integrieren und dabei insbesondere Genitalläsionen proaktiv zu untersuchen. Zur Objektivierung können validierte Instrumente wie der DLQI oder ASEX beitragen. Ein früher Therapiebeginn kann sich zudem positiv auf die sexuelle Gesundheit auswirken. Bei persistierenden Störungen trotz Besserung des Hautbildes könnte ein multidisziplinärer Ansatz mit Überweisungen an die Psychologie, Urologie oder Gynäkologie in Betracht gezogen werden.

(sma)

Quelle: Tulleuda, R., Arias-Santiago, S., Armesto, S., Carrascosa, J. M., Feltes, R., Pérez-Suárez, B., de la Cueva, P., & López-Ferrer, A. (2026). Management of the impact of psoriasis on sexuality: Consensus recommendations from the Psoriasis Working Group of the Spanish Academy of Dermatology and Venereology. Actas Dermo-Sifiliográficas, 117, 104633. https://doi.org/10.1016/j.ad.2026.104633

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