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Sonnen-Tattoos – ein gefährlicher Trend

Frau liegt am Strand mit starkem Sonnenbrand und hellem Schriftzug SUMMER am Ruecken als Beispiel fuer gefaehrliche Sonnen Tattoos

Quelle: © Abdul - stock.adobe.com

Sonnen-Tattoos – ein gefährlicher Trend

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mgb medizin Redaktion

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3 MIN

Erschienen in: DermaForum

Musterförmige Sonnenbrandstreifen als sichtbare Folge beabsichtigter ungleichmäßiger UV-Strahlung werden zunehmend in sozialen Medien geteilt. Diese Muster entstehen aus ästhetischen Gründen durch einen teilweisen Lichtschutz, spiegeln jedoch akute Lichtschäden der Haut wider. Solche digitalen Trends wirken sich auf das Verhalten in Bezug auf Sonnenexposition aus. Ein Call to Action für die Dermatologie!

Es ist bekannt, dass soziale Medien das Gesundheitsverhalten maßgeblich beeinflussen können, insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Einer der aktuellen Trends: Sonnen-Tattoos. Die durch bewusst platzierte Kleidung, Accessoires oder Aufkleber erzielten Kontraste zwischen gebräunter und blasser Haut sind sichtbare Anzeichen für akute, durch UV-Strahlung verursachte Entzündungen und DNA-Schäden und dienen als Frühindikatoren für kumulative Lichtschäden, die mit Photoageing, Pigmentstörungen und einem erhöhten Hautkrebsrisiko einhergehen. Videos von Sonnen-Tattoos verbreiten sich weitläufig, und das nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch durch Algorithmen. Sobald einige wenige bedenkliche Videos an Popularität gewinnen, bewerben Empfehlungssysteme sie automatisch bei Millionen von Menschen, wodurch das Verhalten normalisiert und der Schaden verstärkt wird. Jugendliche sind besonders anfällig für die Bestätigung durch Gleichaltrige: Digitale „Likes“ bieten unmittelbare soziale Belohnungen, die schädliche Verhaltensweisen verstärken können.

Sonnen-Tattoos veranschaulichen die sich wandelnde Schnittstelle zwischen Dermatologie und digitaler Kultur. Um der raschen Verbreitung von Falschinformationen entgegenzuwirken, sollten Dermatologinnen und Dermatologen plattformspezifische Kommunikationsformen, kurze, von Fachleuten verfasste Beiträge und Kooperationen mit glaubwürdigen Influencern nutzen, um Informationen zum Sonnenschutz zu verbreiten und schädliche Narrative zu widerlegen. Das fordern französische Expertinnen und Experten rund um Prof. Brigitte Dréno aus Nantes in einem aktuell publizierten Kommentar. Öffentliche Kampagnen sollten diese Sonnenbrandlinien als sichtbare Warnzeichen für riskante UV-Exposition neu darstellen und ihre Wiedererkennbarkeit nutzen. Denn diese digitale Normalisierung strukturierter Lichtschäden eröffnet auch neue Möglichkeiten der Prävention. Die auffälligen Muster können als praktische visuelle Hilfsmittel bei Konsultationen genutzt werden, um das Verständnis der Patientinnen und Patienten zu verbessern, Strategien zum Sonnenschutz zu bekräftigen und die Einhaltung präventiver Empfehlungen zu fördern.

Fazit

Sonnen-Tattoos mögen im Internet harmlos wirken, doch in der klinischen Praxis stellen sie eine akute Lichtschädigung mit kumulativen Risiken dar. Die Einbeziehung des Bewusstseins für digital erfasste Verhaltensweisen im Zusammenhang mit UV-Risiken in die dermatologische Routinepraxis kann individuelle Präventionsstrategien stärken und eine effektivere Patientenaufklärung in der modernen therapeutischen Dermatologie unterstützen.

Martha-Luise Storre

Originalpublikation: Haykal D, Dréno B, Passeron T. Sun Tattoos and Social Media: A Behavioral Dermatology Perspective on Emerging Photodamage Trends. Dermatol Ther (Heidelb). 2026 Mar;16(3):1451-1454.

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