Dermatologie » Entzündliche Dermatosen » Akne und Rosacea

»

Stigmatisierung bei Akne weit verbreitet

Stigmatisierung bei Akne weit verbreitet

News

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Akne und Rosacea

mgo medizin

mgo medizin Redaktion

Verlag

3 MIN

Menschen mit einer Akne im Gesichtsbereich werden im sozialen und auch beruflichen Bereich stigmatisiert. Auch Vorurteile sind weit verbreitet, wie eine Studie in JAMA Dermatology (2023; DOI: 10.1001/jamadermatol.2023.4487) zeigt. Dunkelhäutige Menschen waren stärker betroffen.

Menschen mit Akne erleben tagtäglich, dass andere Menschen auf soziale Distanz zu ihnen gehen. Manchmal werden sie sogar mit Stereotypen und Vorurteilen konfrontiert, nach denen die Pickel, Furunkel und Karbunkel im Gesicht etwa Folge einer mangelnden Hygiene seien. Manche Menschen halten Menschen mit Akne auch für weniger intelligent, unreif oder nicht vertrauenswürdig.

Dermatologen des Brigham and Women’s Hospital in Boston können jetzt in einer Internet-Umfrage zeigen, dass es sich dabei nicht nur um eine subjektive Wahrnehmung der betroffenen Personen handelt. Das Team um John Barbieri ließ Fotos von vier Erwachsenen, darunter zwei Männern und zwei Frauen jeweils mit heller oder dunkler Hautfarbe digital so bearbeiten, dass sie Personen mit einer leichten beziehungsweise einer schweren Akne glichen. Zusammen mit dem Original ergab dies insgesamt 12 Fotos.

Einer Gruppe von 1.357 Personen wurde jeweils eines dieser Fotos gezeigt. Sie wurden gefragt, ob sie sich mit dieser Person anfreunden oder zu einem „Dating“ verabreden würden und ob körperliche Kontakte für sie ein Problem wären und ob sie Fotos, die sie zusammen mit der Person zeigen, auf den sozialen Medien posten würden. Weiter wurden sie gefragt, ob sie der Person einen Job anbieten oder sie als Nachbarn begrüßen würden, ob sie etwas dagegen hätten, wenn diese Person in die Familie einheiraten würde.

Die Antworten zeigten, dass die Gefragten in dem meisten Punkten auf eine gewisse soziale Distanz gehen würden. Deutlich waren die Stigmatisierungen beim Anfreunden, beim Anbieten eines Jobs, körperlichen Kontakten, beim „Dating“ und sogar beim Posten eines gemeinsamen Fotos in sozialen Medien. Dabei gab es keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen, wohl aber bei der Hautfarbe. Dunkelhäutige Menschen treffen – jedenfalls in den USA, wo die Umfrage stattfand – häufiger auf soziale Distanz, wenn sie unter einer Akne leiden.

Auch eine Reihe von Vorurteilen war verbreitet. Die Befragten, Erwachsene im Alter von durchschnittlich 42 Jahren, bewerteten die Personen mit schwerer Akne eher als Personen mit schlechter Hygiene und als unattraktiv. Sie stuften sie häufiger als unintelligent, unsympathisch, unreif und nicht vertrauenswürdig ein.

Die Ergebnisse bestätigen nach Einschätzung von Barbieri, dass Personen mit Akne weiterhin Stigmatisierungen ausgesetzt sind und vermutlich auch im Arbeitsleben benachteiligt werden.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Bilderquelle: © adobe stock – Jacob Lund

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person mit Kapuzenpulli hebt kraftvoll die Arme vor Sonnenaufgang als Symbol fuer Resilienz bei Stress Leistungsabfall und Hautentzuendungen

Stress, Leistungsabfall und Hautentzündungen

News

Sport ist ein starker „Schlafmacher“: Die DGSM betont zum Aktionstag „Erholsamer Schlaf“, dass regelmäßige Bewegung die Schlafqualität verbessert – und damit auch Regeneration und Leistungsfähigkeit. Schlafmangel erhöht Stress (u. a. Cortisol) und kann Entzündungsprozesse sowie chronische Dermatosen triggern. Wichtig ist das Timing: moderates Training ca. 1 h vor dem Schlafen, intensive Einheiten eher mit längerem Abstand.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Prävention und Vorsorge

Beitrag lesen
Surreale Collage mit Mensch und Megafon Kopf aus dem mehrfach das Wort FAKE schallt als Symbol fuer digitale Desinformation zur Hautkrebspraevention

Hautkrebsprävention in Zeiten digitaler Desinformation

News

Hautkrebsprävention trifft Social‑Media‑Mythen: Eine Videoanalyse der ADP zeigt, wie Trends („Sonnencreme macht Krebs“, „kein Sonnenbrand = kein Schaden“, „Öle statt LSF“) im Hochsommer riskantes Verhalten fördern. Wichtig für die Praxis: evidenzbasiert, empathisch gegensteuern und den Dreiklang „Meiden, Kleiden, Cremen“ klar kommunizieren – UV‑Schutz als Alltagsroutine.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Prävention und Vorsorge

Beitrag lesen
Lupe vergroessert ein Dokument mit Checkliste auf blauem Hintergrund als Symbol fuer die Evidenzpruefung von Kochsalzinjektionen bei kortikosteroidinduzierter Hautatrophie

Kochsalzinjektionen bei kortikosteroidinduzierter Hautatrophie

News

Kochsalzinjektionen könnten kortikosteroidinduzierte Hautatrophie verbessern: Eine systematische Übersicht (16 Artikel, 41 Patient:innen, 48 Läsionen) berichtet nach intraläsionalen 0,9%-NaCl‑Injektionen in 83,3 % vollständige Resolution und bei Hypopigmentierung in 90,9 % Besserung. UAW waren selten. Die Methode gilt als minimalinvasiv und günstig, die Evidenz bleibt heterogen.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen