Dermatologie » Entzündliche Dermatosen » Akne und Rosacea

»

Suchterkrankungen bei Acne inversa: Neue Studienergebnisse

Cigaretten Alkohol Tabletten Spritze Pulver Smartphone mit Cannabisblatt und Spielchips auf einem Tisch, Symbolbild fuer verschiedene Suchterkrankungen bei Acne inversa

Quelle: © Simon.Hamacher.Photo – stock.adobe.com

Suchterkrankungen bei Acne inversa: Neue Studienergebnisse

Aktuelles

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Akne und Rosacea

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: derma aktuell

Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung Acne inversa (Hidradenitis suppurativa, HS) belastet Patienten psychisch und physisch massiv.

Aktuelle Pilotstudie der Technischen Universität München untersuchte die Prävalenz von Suchterkrankungen und psychiatrischen Komorbiditäten bei 120 HS-Patienten (Mittelwert 39,3 Jahre).

Hohe Suchtprävalenz trotz milder Verläufe

Obwohl die Mehrheit der Studienteilnehmer an einer milden Form der HS litt, zeigten 71,7 % ein positives Screening für mindestens eine Suchterkrankung.

Die häufigsten Abhängigkeiten im Überblick:

  • Nikotinabhängigkeit ist mit 60,0 % die am weitesten verbreitete Suchtform.
  • Pathologischer Alkoholkonsum betrifft 18,3 % der Patienten.
  • Esssucht (Food Addiction) wurde ebenfalls bei 18,3 % nachgewiesen.
  • Cannabisabhängigkeit wurde bei 15,0 % der Teilnehmer festgestellt.
  • Weitere Suchtformen: Abhängigkeiten von illegalen Drogen oder Medikamenten (13,3 %), Internetsucht (12,5 %) sowie Spielsucht (5,0 %) wurden ebenfalls dokumentiert.

Risikofaktoren und Korrelationen

Mithilfe multivariater Analysen wurden spezifische Patientencharakteristika identifiziert, die mit Suchterkrankungen korrelieren:

  • Alter: Jüngere Patienten wiesen eine höhere Anfälligkeit für Internet-, Cannabis- und Esssucht auf.
  • BMI: Ein erhöhter Body-Mass-Index war signifikant mit Esssucht assoziiert.
  • Psychische Gesundheit: Abhängigkeiten von illegalen Drogen oder verschreibungspflichtigen Medikamenten korrelierten stark mit bestehenden Angststörungen.

Klinische Schlussfolgerung

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Suchterkrankungen bei HS-Patienten ein häufiges, aber oft unterschätztes Problem darstellen kann, das bereits in frühen Krankheitsstadien präsent ist. Für Fachärzte kann es daher essenziell sein, Suchtverhalten frühzeitig zu thematisieren, um eine ganzheitliche, patientenzentrierte Versorgung zu gewährleisten.

(sma)

Quelle: Böhner, A., Steinhauser, W., Wang, R., Posch, C., Zink, A., Biedermann, T., & Volz, T. (2026). Addictions in Hidradenitis Suppurativa: A Cross-Sectional Pilot Study. Health Sciences Reports. https://doi.org/10.1007/s13555-026-01744-8.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Aufgebrachter Mann packt einen Arzt am Kittel in der Praxis, symbolisch fuer eskalierende Patientensituationen

Tatort Praxis: Die Kontrolle behalten, wenn Patienten eskalieren

Fachbeitrag

Angriffe auf Menschen, die dem Gemeinwohl dienen, etwa Polizisten und Rettungskräfte, werden strafrechtlich stärker geahndet. Diesen besonderen Schutz sollen künftig auch Praxisteams erhalten. Praxisberaterin Christiane Fleißner-Mielke erklärt, was Praxisteams tun können, um Eskalationen vorzubeugen und richtig zu reagieren.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Prävention und Vorsorge

Beitrag lesen
Nahaufnahme von zwei geroeteten trockenen Haenden ueber einem Waschbecken

CHE: Multifaktorielle Pathologie und diagnostische Präzision

Aus der Industrie

Wie Dr. Katharina Kreutzer (Bielefeld) berichtete, fordert das chronische Handekzem Dermatologen durch hohe Krankheitslast und Schmerzen heraus. Als eigenständige Entität verlangt es gezielte Therapien, um die Lebensqualität Betroffener massiv zu verbessern. Was bedeutet das für die Praxis?

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Ekzem und Urtikaria

Beitrag lesen
Hand haelt Lupe ueber weisse Spardose vor hellblauem Hintergrund als Symbol fuer Schnittstelle von Oekonomie und Medizin auf der DERM Alpin

Ökonomie trifft Medizin auf der DERM Alpin

Kongress

Im Zentrum der Tagung DERM Alpin in Salzburg (16.-18.10.26) stehen hochkarätige, praxisorientierte Fortbildungsangebote, die medizinische Innovationen gezielt mit ökonomischen Aspekten verknüpfen. Was erwartet uns im Bereich Praxismanagement?

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen